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vom 16.03.2026 PDF
#1085
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Mit gut 18 Prozent aller Gründungen machen neue Unternehmen mit Geschäftsideen in den Feldern Klima und Umweltschutz, Energieeinsparung und Ressourcenschonung schon jetzt den zweitgrößten Anteil im Bereich der Firmenneugründungen aus.
#1086Passend dazu liefert der „KUER-Gründungswettbewerb“ mit zusätzlichen Angeboten – von der Potenzialanalyse bis zum Finanzierungscoaching – wichtige Impulse für diesen Wachs tumsmarkt.
#1087Wir wollen die Synergien zwischen Umweltwirtschaft und Industrie 4.
#1088nutzen, um neue Geschäftschancen zu erschließen.
#1089Das Kompetenznetzwerk Umwelt wirtschaft werden wir weiterführen, branchenspezifische Ansätze in der Ressourcen wirtschaft stärken und die Chancen der Umweltwirtschaft durch Marktinitiativen und die Außenwirtschaftsförderung zusätzlich unterstützen.
#1090Regionale und kommunale Standortinitiativen wie „Green Tech Ruhr“ oder Maßnah men der Bergischen Gesellschaft für Ressourceneffizienz im Bergischen Städtedreieck werden wir ausbauen.
#1091Eine „Servicestelle Umweltwirtschaft“ wird Unternehmer*innen zur Seite stehen, indem sie Anwendungs und Haftungsrisiken reduziert, um lange Zeit spannen bis zur Marktreife neuer Produkte zu vermeiden.
#1092Aufgrund der Rückmeldungen und Bedarfe der Firmen soll die Servicestelle wiederum Empfehlungen zur Weiterent wicklung von Normen und Rechtssystemen im Sinne der Unternehmen geben.
#1093Eine nachhaltige Stahl und Chemieindustrie für den Ressourcenwandel NRW war das Land von Kohle, Stahl und Chemie mit all den Fehlentwicklungen, die auch wir GRÜNE durch unsere Arbeit – die häufig auf starken Gegenwind stieß – kor rigiert haben.
#1094wird die Steinkohle Geschichte sein, gleichzeitig kämpft die deut sche Metall und Stahlindustrie gegen Überkapazitäten und die Folgen eines ruinösen globalen Wettbewerbs.
#1095Nun wird die Bedeutung der chemischen Industrie für den In dustriestandort NRW weiter zunehmen und damit ihre Schlüsselrolle in fast allen Wert schöpfungsketten.
#1096Doch jede industrielle Produktion beeinflusst die Umwelt und führt zu ökologischen Belastungen und es bleibt daher trotz aller positiven Entwicklungen die politische Aufgabe, Auswirkungen auf die Umwelt und soziale Verwerfungen, die durch industrielle Produktion entstehen, abzufedern und entsprechende Rahmenset zungen zu gestalten.
#1097Die auf unsere Initiative eingesetzte Enquetekommission zur nachhaltigen Entwick lung des Chemiestandortes NRW hat gezeigt, wie wir eine nachhaltige Klima und Res sourcenwende mit der Chemie als Teil der Lösung schaffen können.
#1098Vieles ist heute zwar bereits technisch möglich, aber noch nicht wirtschaftlich.
#1099Auch bei der ökologischen Modernisierung der Chemieindustrie kämpfen wir daher weiter dafür, dass ökologische Folgekosten der chemischen Produktion vollständig eingepreist werden, damit insbe sondere der Ausstoß von CO mit einem wirksamen „Preisschild“ versehen wird, um den klimafreundlicheren Verfahren zum Erfolg zu verhelfen.
#1100Eine Ressourcenwende ist ohne eine zukunftsweisende Chemieindustrie kaum mög lich, geht aber weit darüber hinaus und zielt auf einen anderen Umgang mit den natür lichen Ressourcen.
#1101Trotz der bisherigen umfangreichen klimafreundlichen Maßnahmen gilt die „Kapazität der Erde“ von Jahr zu Jahr als früher ausgeschöpft.
#1102Deshalb muss sich unsere Forschung auf eine Reduzierung des Ressourcenverbrauchs richten.
#1103Hier sind gewaltige Anstrengungen nötig.
#1104Ziel ist die Etablierung einer vollumfänglichen Kreis laufwirtschaft.
#1105Für diese wirklich nachhaltige Klima und Ressourcenwende fehlen aktuell noch im mer wichtige Bausteine – beispielsweise die sonnenlichtgetriebene Herstellung von Wasserstoff.
#1106Daher wollen wir den Prozess „Weg von den fossilen, hin zu neuen alternati ven Rohstoffquellen wie CO2“ weiter forcieren, um NRW als das Zentrum dieser Entwick- lung zu einer Chemie, die nach dem Prinzip „von der Natur lernen“ arbeitet, zu fördern.
#1107Eine klimafreundliche, innovative und wettbewerbsfähige Stahlproduktion ist unver zichtbar für die ökologische Modernisierung der Industrie.
#1108Unser Ziel ist es, Europas Stahlindustrie zum Technologieführer in Sachen Emissionsminderung, Energie und Ma terialeinsparung, Recycling und sektorenübergreifende Kooperationen, zum Beispiel mit der Chemieindustrie, zu machen.
#1109Hierfür ist eine Innovationsstrategie auf nationaler und europäischer Ebene notwendig.
#1110Investitionen in Forschung und Entwicklung sollten deshalb sowohl aus den nationalen Budgets als auch vom Europäischen Investitions fonds (EFSI) gefördert und an die genannten Ziele gekoppelt sowie der Emissionshandel zu einem schlanken und wirksamen Klimaschutzinstrument weiterentwickelt werden.
#1111Doch damit wichtige Fortschritte in Bezug auf Ressourceneffizienz und CO2-Reduk tion nicht aufgrund eines unfairen Wettbewerbs auf dem internationalen Stahlmarkt bedroht werden und so tausende Arbeitsplätze in NRW in Gefahr geraten, fordern wir von der Europäischen Kommission die Stärkung handelspolitischer Schutzinstrumente.
#1112Insbesondere mit Blick auf die Debatte um den „Marktwirtschaftsstatus“ der Volksre publik China gibt es Handlungsbedarf.
#1113Gegen wettbewerbsverzerrendes Verhalten und Produkte zu Dumpingpreisen müssen effektive Schutzzölle weiter möglich sein.
#1114Zudem sollten Antisubventions und andere Ausgleichszölle stärker genutzt werden.
#1115Low Carbon – Zukunft für die Energieintensiven Nicht nur die Chemieindustrie, auch andere Unternehmen des verarbeitenden Ge werbes gehören selbstverständlich zum industriellen Kern Nordrhein-Westfalens – auch in Zukunft.
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