Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 14.03.2026 PDF
#1156
Einen großen Teil ihrer Aufträge erhalten die Unternehmen von der öffentlichen Hand.
#1157
Wir wollen, dass auch zukünftig nicht der Preis allein den Ausschlag gibt und da mit Dumpinglöhne, die Verletzung der Menschenrechte und klimaschädliches Verhalten durch öffentliche Vergabe gefördert werden.
#1158
Daher werden wir auf die Einhaltung des Tariftreue und Vergabegesetzes drängen.
#1159
Diejenigen Unternehmen, die bereits heute sozial fair und nachhaltig im Sinne der Allgemeinheit wirtschaften, müssen bei öffentli chen Ausschreibungen einen echten Vorteil gegenüber Billiganbieter*innen haben.
#1160
Wir werden uns dafür einsetzen, dass die bereits bestehende Prüfbehörde zukünftig, wenn der vergabespezifische Mindestlohn des Landes auf gleicher Höhe mit dem Mindest lohn des Bundes liegt, die Zuständigkeit für die Kontrolle der anderen Vergabekriterien wie Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen, Frauenförderung und nachhaltige Produk tion erhält.
#1161
Ruhrgebiet – mit grüner Produktion in die Zukunft Viele sehen das Ruhrgebiet vor allem als ein Opfer des industriellen Strukturwandels der vergangenen Jahrzehnte und erklären wahlweise ihr Bedauern, ihre Solidarität oder ihre Unzufriedenheit mit denen, die sie für die vermeintliche Misere verantwortlich machen.
#1162
Wir wollen die Herausforderung durch den Strukturwandel und den Verlust jahrhundertealter wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Strukturen nicht kleinreden.
#1163
Doch vielerorts zeigt sich bereits die Dynamik, die dieser Wandel freisetzt und die das Ruhrgebiet zu einer spannenden und lebenswerten Region macht.
#1164
Denn die Er fahrung, das Wissen und der Mut, die in der Vergangenheit zum wirtschaftlichen Er folg geführt haben, können auch heute das Kapital des Ruhrgebiets sein, um sich als Wirtschaftsregion auf gewandeltem Fundament neu zu erfinden: als ein nachhaltiger Industriestandort auf der Basis erneuerbarer, dezentral und demokratisch organisierter Energie.
#1165
Die intelligente Ressourcennutzung kann zum Kern erfolgreicher Industrien gerade im Ruhrgebiet werden.
#1166
Die Attraktivität seiner Ballungsräume wird zukünftig auf ambitioniertem Klima und Umweltschutz beruhen.
#1167
Das Internet der Dinge, die digitale Kommunikation und eine neue Teil und Tauschkultur begründen ein indus triepolitisches Muster, das nachhaltig und vorbildlich zugleich ist.
#1168
Industrielle Leit märkte der Zukunft sind für das Ruhrgebiet unter anderem E-Mobilität bzw.
#1169
E-Logistik, Effizienztechnologien wie die ressourcensparende Herstellung von Bau und Werkstof fen aus Altmaterial, Medizintechnik, Mikro und Nanotechnologie sowie die abfallarme 3-D-Druckertechnologie.
#1170
Und es ist schon viel passiert: Die Städte an der Ruhr sind beispielsweise führend in der Umweltwirtschaft, was nicht zuletzt eine große Anzahl von Patentanmeldungen unterstreicht.
#1171
In diesem Sektor sind zehntausende neue Arbeitsplätze entstanden.
#1172
Das Ruhrgebiet ist Standort renommierter Hochschulen mit einem vielfältigen Angebot.
#1173
Wir wollen die zukunftsweisenden Ideen, die dort entstehen, umsetzen.
#1174
Wir GRÜNE wissen, dass wir dringend weitere ökologische Wachstumsimpulse be nötigen, gerade im Ruhrgebiet.
#1175
Trotz in Teilen positiver wirtschaftlicher Entwicklung ist die Arbeitslosigkeit dort nach wie vor hoch.
#1176
Aufgrund der massiven Überschuldung fast aller Kommunen sind die finanziellen Spielräume nicht ausreichend für nötige Ersatzinvestitionen.
#1177
Die zahlreichen Universitäten und Forschungseinrichtungen des Ruhrgebiets bilden ein enormes Potenzial für die zukünftige wirtschaftliche Entwick lung.
#1178
Durch die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Forschung Wissenschaft und regionalen Unternehmen sowie der Gründung neuer Unternehmen – zum Beispiel in Technologiezentren – kann so langfristig ein nachhaltiger Erfolg entstehen.
#1179
Die Vergleiche mit anderen Regionen unseres Landes zeigen, dass ein breit aufgestell ter Mittelstand ein wichtiger Faktor für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ist.
#1180
Wir brauchen daher auch eine Kursänderung im Bereich der Wirtschaftsförderung, die sich anders als bisher verstärkt am Mittelstand und am Handwerk orientieren muss.
#1181
Auch konsequente interkommunale Zusammenarbeit ist dringend notwendig.
#1182
Das „Kirchturmdenken“ muss überwunden, die Kooperation zwischen den Kommunen ver bessert werden, um Verwaltungsabläufe, aber auch die Standortpolitik zu optimieren.
#1183
Wir wollen die ökologisch-industrielle Zukunft des Ruhrgebiets mit einer umfassen- den „Strukturoffensive grünes Ruhrgebiet“ begleiten und vorantreiben – gemeinsam mit 70 71 Unternehmen, Wissenschaft, Forschung und vor allem mit den Menschen in den Städten und Quartieren vor Ort.
#1184
Wir wollen das Ruhrgebiet stärken – als eine europäische Indus trieregion im Grünen, die sich an den Chancen der Umweltwirtschaft sowie einer nach haltigen und menschenfreundlichen Stadtentwicklung und Verkehrspolitik orientiert.
#1185
Einer Region, die zusammenführt, was zusammengehört und zusammen geht: intakte Natur und kraftvolle Industrie und Wirtschaft.
#1186
Essen, Europas grüne Hauptstadt 2017, ist auf dem Weg dahin ein Leuchtturmprojekt mit überregionaler Strahlkraft.


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