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vom 14.03.2026 PDF
#1161
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Ruhrgebiet – mit grüner Produktion in die Zukunft Viele sehen das Ruhrgebiet vor allem als ein Opfer des industriellen Strukturwandels der vergangenen Jahrzehnte und erklären wahlweise ihr Bedauern, ihre Solidarität oder ihre Unzufriedenheit mit denen, die sie für die vermeintliche Misere verantwortlich machen.
#1162Wir wollen die Herausforderung durch den Strukturwandel und den Verlust jahrhundertealter wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Strukturen nicht kleinreden.
#1163Doch vielerorts zeigt sich bereits die Dynamik, die dieser Wandel freisetzt und die das Ruhrgebiet zu einer spannenden und lebenswerten Region macht.
#1164Denn die Er fahrung, das Wissen und der Mut, die in der Vergangenheit zum wirtschaftlichen Er folg geführt haben, können auch heute das Kapital des Ruhrgebiets sein, um sich als Wirtschaftsregion auf gewandeltem Fundament neu zu erfinden: als ein nachhaltiger Industriestandort auf der Basis erneuerbarer, dezentral und demokratisch organisierter Energie.
#1165Die intelligente Ressourcennutzung kann zum Kern erfolgreicher Industrien gerade im Ruhrgebiet werden.
#1166Die Attraktivität seiner Ballungsräume wird zukünftig auf ambitioniertem Klima und Umweltschutz beruhen.
#1167Das Internet der Dinge, die digitale Kommunikation und eine neue Teil und Tauschkultur begründen ein indus triepolitisches Muster, das nachhaltig und vorbildlich zugleich ist.
#1168Industrielle Leit märkte der Zukunft sind für das Ruhrgebiet unter anderem E-Mobilität bzw.
#1169E-Logistik, Effizienztechnologien wie die ressourcensparende Herstellung von Bau und Werkstof fen aus Altmaterial, Medizintechnik, Mikro und Nanotechnologie sowie die abfallarme 3-D-Druckertechnologie.
#1170Und es ist schon viel passiert: Die Städte an der Ruhr sind beispielsweise führend in der Umweltwirtschaft, was nicht zuletzt eine große Anzahl von Patentanmeldungen unterstreicht.
#1171In diesem Sektor sind zehntausende neue Arbeitsplätze entstanden.
#1172Das Ruhrgebiet ist Standort renommierter Hochschulen mit einem vielfältigen Angebot.
#1173Wir wollen die zukunftsweisenden Ideen, die dort entstehen, umsetzen.
#1174Wir GRÜNE wissen, dass wir dringend weitere ökologische Wachstumsimpulse be nötigen, gerade im Ruhrgebiet.
#1175Trotz in Teilen positiver wirtschaftlicher Entwicklung ist die Arbeitslosigkeit dort nach wie vor hoch.
#1176Aufgrund der massiven Überschuldung fast aller Kommunen sind die finanziellen Spielräume nicht ausreichend für nötige Ersatzinvestitionen.
#1177Die zahlreichen Universitäten und Forschungseinrichtungen des Ruhrgebiets bilden ein enormes Potenzial für die zukünftige wirtschaftliche Entwick lung.
#1178Durch die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Forschung Wissenschaft und regionalen Unternehmen sowie der Gründung neuer Unternehmen – zum Beispiel in Technologiezentren – kann so langfristig ein nachhaltiger Erfolg entstehen.
#1179Die Vergleiche mit anderen Regionen unseres Landes zeigen, dass ein breit aufgestell ter Mittelstand ein wichtiger Faktor für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ist.
#1180Wir brauchen daher auch eine Kursänderung im Bereich der Wirtschaftsförderung, die sich anders als bisher verstärkt am Mittelstand und am Handwerk orientieren muss.
#1181Auch konsequente interkommunale Zusammenarbeit ist dringend notwendig.
#1182Das „Kirchturmdenken“ muss überwunden, die Kooperation zwischen den Kommunen ver bessert werden, um Verwaltungsabläufe, aber auch die Standortpolitik zu optimieren.
#1183Wir wollen die ökologisch-industrielle Zukunft des Ruhrgebiets mit einer umfassen- den „Strukturoffensive grünes Ruhrgebiet“ begleiten und vorantreiben – gemeinsam mit 70 71 Unternehmen, Wissenschaft, Forschung und vor allem mit den Menschen in den Städten und Quartieren vor Ort.
#1184Wir wollen das Ruhrgebiet stärken – als eine europäische Indus trieregion im Grünen, die sich an den Chancen der Umweltwirtschaft sowie einer nach haltigen und menschenfreundlichen Stadtentwicklung und Verkehrspolitik orientiert.
#1185Einer Region, die zusammenführt, was zusammengehört und zusammen geht: intakte Natur und kraftvolle Industrie und Wirtschaft.
#1186Essen, Europas grüne Hauptstadt 2017, ist auf dem Weg dahin ein Leuchtturmprojekt mit überregionaler Strahlkraft.
#1187Neuer Umgang mit den Dingen: Sharing, Prosuming, Re-Use Nicht nur auf der Seite der Produktion, sondern auch auf der der Konsument*innen zeichnet sich ein deutlicher Wandel ab: hin zu gemeinschaftlichen Nutzungsformen (Sharing-Ökonomie), zur Kopplung von Produktion und Konsum (Prosuming), zur Wie derverwertung und einer Repair-Kultur, wie sie in den zahlreichen Repair-Cafés konkret wird.
#1188Um diese Formen der nachhaltigen Nutzung von Produkten zu fördern, wollen wir Netzwerke für Qualität, Marketing und Konsum wiederverwendbarer Güter schaffen und unterstützen.
#1189kologisch-soziale Modernisierung – das wollen wir GRÜNE: ■ bis 2025 rund 100.
#1190neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Umweltwirtschaft, da für unterstützen wir Unternehmer*innen, unter anderem mit einer Innovationsagentur ■ Ressourcen ge statt verbrauchen und dafür eine konsequente Kreislaufwirtschaft weiterentwickeln ■ Mittel aus den EU-Strukturfonds nachhaltig ausgestalten ■ mehr Genossenschaften: Dafür senken wir den bürokratischen Aufwand und geben Unterstützung ■ Unternehmer*innen dabei begleiten, ökologisch und sozial verantwortlich zu handeln und sie gegenüber Dumpingkonkurrenz besserstellen ■ eine umfassende Strukturoffensive für ein „grünes Ruhrgebiet“ GRÜNE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG Auch wenn Nordrhein-Westfalen oft als Land der Großindustrie gesehen wird, zählen über 99 Prozent der hiesigen Betriebe zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
#1191Sie stellen 80 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze bereit.
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