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vom 17.03.2026 PDF
#124
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Rasante Veränderungen, unter anderem bedingt durch Klimawandel, industria lisierte Landwirtschaft und den immer noch fortschreitenden Flächenverbrauch, stehen diesem Ziel jedoch zunehmend entgegen.
#125Lebensstil und Wirtschaftsweise insbeson dere in den Industrieländern bewirken im unmittelbaren Umfeld, aber auch in anderen Regionen der Welt einen dramatischen Verlust an Lebensräumen und Arten.
#126Zur Bewahrung der biologischen Vielfalt ist es notwendig, naturnahe Landschaften ebenso wie gewachsene Kulturlandschaften in einem integrierten, ganzheitlichen An satz zu erhalten.
#127Bienen und andere Insekten sind unverzichtbar für die Sicherung der Ernährungsgrundlage einer wachsenden Weltbevölkerung.
#128Monokulturen, Parasiten und Pflanzenschutzmittel haben jedoch weltweit zu einem rasanten Bienensterben geführt.
#129Wir müssen vielfältige, arterhaltende Bewirtschaftungsweisen fördern und setzen uns für eine Ökologisierung der Landwirtschaft sowie eine naturnahe, zukunftsorientierte und nachhaltige Waldwirtschaft ein.
#130Das gilt auch für die ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft und der Waldnutzung.
#131Ebenso müssen Wasserwirtschaft, Jagd und Fischerei an ökologischen Aspekten ausgerichtet werden.
#132Denn wir wollen den Naturschatz vor unserer Haustür flächen deckend mit allen regionaltypischen Besonderheiten erhalten und nachfolgenden Generationen ein intaktes Naturerbe übergeben.
#133Viel erreicht – GRÜNE Erfolge seit 2010 Mit der Biodiversitätsstrategie NRW haben wir die Weichen für einen ambitionierten Schutz der Arten und Lebensraumvielfalt gestellt und durch die Weiterentwicklung des Landschaftsgesetzes zu einem umfassenden Landesnaturschutzgesetz das Fundament zur Wahrnehmung des Verfassungsauftrages für die Naturschutzförderung geschaffen.
#134Eine besondere Chance für die Biodiversität bieten die zukünftig rund 100 Wildnis-Ent wicklungsgebiete, in denen alle Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik ablaufen können.
#135Für einen umfassenden Biotopverbund sind gut 15 Prozent der Landesfläche als „Bereiche für den Schutz der Natur“ gesichert.
#136In diesen Vorranggebieten für den Naturschutz sind Nutzungen ausgeschlossen, die mit dem Naturschutz nicht vereinbar sind.
#137Im Ranking der Bundesländer beim Schutz unserer Wälder liegen wir nach Ausweis der Umweltorganisation Greenpeace auf Platz drei der 16 Bundesländer.
#138Diese Politik zum Schutz von Umwelt und Natur wollen wir weiterführen.
#139Stiftung Naturerbe Die für die Bewahrung des Naturerbes wichtigen Grundstücke aus dem Landesvermö gen Nordrhein-Westfalens sollen in einer Stiftung zusammengefasst werden.
#140Diese Flä chen im Eigentum aller Bürger*innen des Landes gilt es bestmöglich zu strukturieren und für den Naturschutz zu sichern.
#141Zweiter Nationalpark in NRW Der erste und bisher einzige NRW-Nationalpark in der Eifel ist ein großer Erfolg.
#142Seit 2007 hat sich die Zahl der Besucher fast verdoppelt.
#143Der Bruttoumsatz ist durch den Nationalparktourismus seit 2007 von acht auf inzwischen 30 Millionen Euro ange stiegen und dementsprechend hat auch die Zahl der Arbeitsplätze zugenommen.
#144Ein Nationalpark stärkt die Region und schafft neue Perspektiven.
#145Deshalb wollen wir die Einrichtung eines Nationalparks Senne unter Federführung des Landes umsetzen und die natürliche Entwicklung des Nationalparks Eifel konsequent vorantreiben.
#146Vorsorgender Natur und Artenschutz Über den Naturschutz in Naturschutzgebieten hinaus brauchen wir einen integrierten Ansatz, der für möglichst viele weitere Flächen Anwendung findet.
#147Neben den entspre chenden Maßnahmen in der Landwirtschaft wollen wir ein Konzept für ein Netz von Flächen in öffentlicher Hand innerhalb der intensiv genutzten Agrarlandschaft erar beiten, das entlang von Straßen, Wegen und Bahnlinien Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen schafft.
#148Flächen, die sich im Innen und Außenbereich bereits in öffentlicher Hand befinden, müssen ökologisch sinnvoll gepflegt werden.
#149Zu den dafür notwendigen Maßnahmen zählt es, die illegale Überackerung von öffentlichen Flächen zu beenden.
#150Außerdem sollen von der öffentlichen Hand weitere Flächen erworben werden, um die Entwicklung eines landesweiten Biotopverbundes – zum Beispiel durch Grünbrücken – zu unterstützen.
#151Hierzu soll eine systematische Untersuchung landesweit einen planvol len Aus und Umbau einleiten.
#152Auch auf Hochwasserschutzdeichen sollen wertvolle bun te Wiesen entstehen oder erhalten werden.
#153Zur Optimierung des Erhaltungszustandes 12 13 und der Pflege von Schutzgebieten sowie zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie wollen wir das landesweite Netzwerk der Biologischen Stationen in NRW und die eh renamtlich arbeitenden Umwelt und Naturschutzverbände in ihrer Arbeit weiterhin un terstützen.
#154Im Rahmen der Biodiversitätsstrategie sollen die zuständigen kommunalen Stellen das jeweilige „natürliche Inventar“ erfassen und in Abständen in einem Monito ring fortschreiben.
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