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vom 17.03.2026 PDF
#1511
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Die Nutztierhaltung ist nach den Kriterien von Tier schutz, Umwelt und Gesundheitsschutz zu organisieren.
#1512Ohne eine Deindustriali sierung der Landwirtschaft wird das nicht gehen.
#1513Deshalb werden wir unsere Politik für eine flächengebundende, nachhaltige und bäuerliche Nutztierhaltung fortsetzen.
#1514Wir wollen Bauernhöfe statt Tierfabriken.
#1515Der Umbau der Tierhaltung ist die zentrale 88 89 gesellschaftliche Herausforderung für Erzeuger*innen und Verbraucher*innen und be darf vielfältigster Initiativen auf allen Ebenen.
#1516Tiergerechtere Haltungssysteme, nach haltige Zucht, gentechnikfreie Fütterung mit heimischen Eiweißträgern, die Beendigung des regelmäßigen Antibiotikaeinsatzes, die umweltgerechte Modernisierung der Tier haltung und die konsequente Neuausrichtung von Information, Beratung und Förderung sind Ansatzpunkte für den Umbau, der „zwischen Stall und Ladentheke“ notwendig ist.
#1517Zweinutzungstiere für Zucht und Mast statt Kükenschreddern und Kühe auf der Weide statt ganzjähriger Stallhaltung sind für uns elementare Anliegen des Umbaus der Tier haltung.
#1518Amputationsverbote, die Abschaffung der baurechtlichen Privilegierung von Großmastanlagen (nach Bundesimmissionsschutzgesetz) sowie die konsequente Si cherstellung der Futtergrundlage im Rahmen der flächengebundenen Tierhaltung sind darüber hinaus zentrale Forderungen, die wir rechtlich absichern wollen.
#1519Wir wollen in NRW kleine regionale Schlachthöfe und mobile Schlachteinrichtungen fördern, die Tiertransporte entbehrlich machen oder Wege verkürzen und für eine regionale Ver marktung ihrer Produkte stehen.
#1520Damit der Umbau der Tierhaltung gelingt und an Dynamik gewinnt, treten wir für die Kennzeichnungspflicht von Fleisch nach dem Vorbild der Eierkennzeichnung ein.
#1521Produkte, zu deren Herstellung Eier verwendet werden, sollen mit einem Hinweis auf die Herkunft der Eier versehen werden.
#1522NRW-Weidemilchprogramm – Kühe auf die Weiden, ein Siegel für NRW Einen ähnlichen Weg wollen wir in der Milchwirtschaft beschreiten.
#1523Zur Bewältigung der aktuellen Milchkrise und zur Vorbeugung vor zukünftigen Krisen, sind auf europäi scher Ebene zeitlich befristete, sanktionsbehaftete Mechanismen unabdingbar.
#1524Gleich zeitig müssen die Rahmenbedingungen insbesondere für die Produzent*innen, also die Bäuer*innen so gestaltet werden, dass sie auf gleicher Augenhöhe mit Ernährungswelt konzernen und großen Handelsketten sowie europaweit agierenden Molkereien mithal ten können.
#1525Darüber hinaus wollen wir mit einer Qualitätsstrategie die Wertschöpfung in der Urproduktion deutlich erhöhen.
#1526Mit dem Programm „Arterhaltung“ und schmack haften Produkten („NRW schmeckt lecker“) wollen wir eine weniger leistungsintensive Milchviehwirtschaft mit neuen, qualitativ hochwertigen Milch und Käseprodukten ver knüpfen.
#1527Nordrhein-Westfalen ist ein Bundesland mit nahezu 18 Millionen Verbraucher*innen.
#1528Der Markt für unsere Landwirtschaftsprodukte liegt also direkt vor der Haustür.
#1529In NRW werden 390.
#1530Milchkühe gehalten.
#1531Sie sind ein wichtiges Standbein der hiesigen Landwirtschaft.
#1532Ein attraktives NRW-Weidemilchprogramm soll der Landwirt schaft helfen, ihre Produkte aus der Milchviehhaltung unter dem Siegel „NRW-Weide- milch“ regional zu vermarkten.
#1533Weidemilch steht für: weniger intensive Flächennutzung, geringere Milchleistung, artgerechte Tierhaltung und höhere Qualität der Milch.
#1534Als Gegengewicht zu den großen, marktbeherrschenden Konzernen wollen wir den Auf bau kleinerer regionaler Molkereien fördern.
#1535Die Milchviehhaltung ist ein Bereich der Landwirtschaft, der noch überwiegend bäuerlich geprägt ist.
#1536Aber auch hier gibt es Ten denzen zur Konzentration und zum einzelbetrieblichen Wachstum, die unter anderem dazu führten, dass Milchkühe immer häufiger ganzjährig im Stall gehalten werden.
#1537Das ist auch aus Sicht des Naturschutzes problematisch, weil Weiden eine besonders hohe ökologische Qualität haben.
#1538Wertschätzung von (regionalen) Lebensmitteln – Schützen und Nützen im Gleichgewicht Wir werden die Ökologisierung der Landwirtschaft weiter voranbringen.
#1539Schützen und Nützen müssen im Gleichgewicht sein oder wieder ins Gleichgewicht gebracht wer den.
#1540Deshalb werden wir die erfolgreichen Förderansätze zur Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und fairer Wertschöpfungsketten fortsetzen und ausbauen.
#1541NRW is(s)t gut“ und „Heimat schmeckt gut“ sind dabei Leitmotive.
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