Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 17.03.2026 PDF
#1523
Zur Bewältigung der aktuellen Milchkrise und zur Vorbeugung vor zukünftigen Krisen, sind auf europäi scher Ebene zeitlich befristete, sanktionsbehaftete Mechanismen unabdingbar.
#1524
Gleich zeitig müssen die Rahmenbedingungen insbesondere für die Produzent*innen, also die Bäuer*innen so gestaltet werden, dass sie auf gleicher Augenhöhe mit Ernährungswelt konzernen und großen Handelsketten sowie europaweit agierenden Molkereien mithal ten können.
#1525
Darüber hinaus wollen wir mit einer Qualitätsstrategie die Wertschöpfung in der Urproduktion deutlich erhöhen.
#1526
Mit dem Programm „Arterhaltung“ und schmack haften Produkten („NRW schmeckt lecker“) wollen wir eine weniger leistungsintensive Milchviehwirtschaft mit neuen, qualitativ hochwertigen Milch und Käseprodukten ver knüpfen.
#1527
Nordrhein-Westfalen ist ein Bundesland mit nahezu 18 Millionen Verbraucher*innen.
#1528
Der Markt für unsere Landwirtschaftsprodukte liegt also direkt vor der Haustür.
#1529
In NRW werden 390.
#1530
Milchkühe gehalten.
#1531
Sie sind ein wichtiges Standbein der hiesigen Landwirtschaft.
#1532
Ein attraktives NRW-Weidemilchprogramm soll der Landwirt schaft helfen, ihre Produkte aus der Milchviehhaltung unter dem Siegel „NRW-Weide- milch“ regional zu vermarkten.
#1533
Weidemilch steht für: weniger intensive Flächennutzung, geringere Milchleistung, artgerechte Tierhaltung und höhere Qualität der Milch.
#1534
Als Gegengewicht zu den großen, marktbeherrschenden Konzernen wollen wir den Auf bau kleinerer regionaler Molkereien fördern.
#1535
Die Milchviehhaltung ist ein Bereich der Landwirtschaft, der noch überwiegend bäuerlich geprägt ist.
#1536
Aber auch hier gibt es Ten denzen zur Konzentration und zum einzelbetrieblichen Wachstum, die unter anderem dazu führten, dass Milchkühe immer häufiger ganzjährig im Stall gehalten werden.
#1537
Das ist auch aus Sicht des Naturschutzes problematisch, weil Weiden eine besonders hohe ökologische Qualität haben.
#1538
Wertschätzung von (regionalen) Lebensmitteln – Schützen und Nützen im Gleichgewicht Wir werden die Ökologisierung der Landwirtschaft weiter voranbringen.
#1539
Schützen und Nützen müssen im Gleichgewicht sein oder wieder ins Gleichgewicht gebracht wer den.
#1540
Deshalb werden wir die erfolgreichen Förderansätze zur Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und fairer Wertschöpfungsketten fortsetzen und ausbauen.
#1541
NRW is(s)t gut“ und „Heimat schmeckt gut“ sind dabei Leitmotive.
#1542
Unser Ziel ist es, regionale Ansätze und Aktivitäten über den Konsum und den Genuss zu entwickeln.
#1543
In NRW werden von vielen kleineren und größeren Initiativen historische Obst und Gemüsesorten erhalten sowie historische und regionale Tierrassen gezüchtet.
#1544
Diesen Genpool als Zuchtbasis für regional angepasste Obst und Gemüsesorten für den öko logischen Landbau zu erhalten und die identitätsstiftende Wirkung regionaler Sorten, Rassen und ihrer Produkte zu nutzen, ist uns etwas wert.
#1545
Deshalb werden wir den Anbau regionaler und historischer Obst und Gemüsesorten und die Haltung regionaler Nutz tierrassen bei Landwirt*innen und Initiativen ebenso fördern wie deren züchterische Bearbeitung.
#1546
Der von uns ins Leben gerufene runde Tisch „Wertschätzung Lebensmittel“ wird auch in Zukunft gegen Lebensmittelverschwendung und für eine neue Kultur der Wertschät zung dessen, was auf unseren Tisch kommt, arbeiten.
#1547
Wir setzen uns für ein Wegwerf verbot für Lebensmittel nach französischem Vorbild ein, demnach Händler*innen nicht verkaufte Nahrungsmittel spenden, verarbeiten, als Tierfutter verwenden oder kompos tieren müssen.
#1548
Kauf und Pachtpreisbremse – Bäuer*innenland in Bäuer*innenhand Angesichts steigender Kauf und Pachtpreise wollen wir bäuerlichen Betrieben einen besseren Zugriff auf Grundstücke ermöglichen.
#1549
Hierzu streben wir eine Miet und Pacht preisbremse sowie mehr Transparenz der regionalen Märkte an.
#1550
Damit wollen wir die Landwirt*innen vor Ort stärken und sie bei Kauf und Pacht von landwirtschaftlicher Nutzfläche besserstellen: Bäuer*innenland gehört in Bäuer*innenhand.
#1551
Reduzierung von Schadstoffeinträgen aus der Landwirtschaft – sauber ackern, die Natur schützen Wir treten für die Ökologisierung der Landbewirtschaftung ein, die wir gesellschaftlich weiter verankern wollen.
#1552
Eine intakte Umwelt und Kulturlandschaften kommen sowohl den Menschen als auch dem Naturschutz zugute.
#1553
Wir bringen beides zusammen und wollen die Belastungen durch Pestizide aus der Landwirtschaft und die Ausbringung von Gülle verringern, damit die Artenvielfalt zu Land und im Wasser sich erholt.


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