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vom 17.03.2026 PDF
#1595
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Für Investoren aus dem EU und dem weiteren Ausland ist Nordrhein-Westfalen wiederum aufgrund der zentralen Lage, aber auch aufgrund seiner Größe ein interes santer und bedeutender Wirtschaftsmarkt und -standort.
#1596Erfolg bedeutet aber zugleich Verantwortung.
#1597Die intensive Einbindung in den internationalen Handel ist nicht nur ein zentraler Baustein unseres Erfolges, sie verpflichtet uns auch dazu, uns für faire, nach haltige Produktionsbedingungen in NRW und in unseren Partnerländern einzusetzen.
#1598Gemeinsam sind die Mitgliedsstaaten der EU verpflichtet, ihre demokratischen Mit wirkungsrechte, aber auch hiesige Standards und Werte des Wirtschaftens zu schützen.
#1599Handel und Warenverkehr können Bausteine des Wohlstands sein.
#1600Allerdings braucht der Handel soziale und ökologische Leitplanken.
#1601Diese fehlen bei dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) und dem ausverhandelten Abkommen CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) oder auch dem derzeit verhandelten Dienstleistungsabkommen TiSA (Trade in Services Agreement).
#1602Die umstrittenen Freihandelsabkommen lassen unter anderem negative Folgen für die kommunale Daseinsvorsorge und europäische Standards befürchten, bei spielsweise in den Bereichen Produktsicherheit, Gesundheits-, Sozial-, Umwelt-, Klima-, Lebensmittel und Tierschutz, Verbraucher*innen und Datenschutzrechte sowie Schutz rechte für Arbeitnehmer*innen.
#1603Viel erreicht – GRÜNE Erfolge seit 2010 Für uns GRÜNE ist die Vernetzung mit unseren europäischen Nachbar*innen selbstver ständlich.
#1604Wir haben uns gemeinsam mit zahlreichen weiteren Akteur*innen unter an derem für eine gemeinsame europäische Wirtschaftspolitik eingesetzt.
#1605Im Oktober 2013 haben wir die Benelux-Strategie des Landes beschlossen.
#1606Die Niederlande, Belgien, Lux emburg und NRW sollen dadurch zu einem gemeinsamen Wirtschafts-, Umwelt-, Wis sens und Kulturraum Nordwesteuropa weiter zusammenwachsen.
#1607Weitere Vertiefungen der Zusammenarbeit erfolgen über die Interreg-Programme der EU-Strukturpolitik.
#1608Da- neben haben wir die Zusammenarbeit mit NRWs Partnerregionen Nord-Pas-de-Calais in Frankreich und der Woiwodschaft Schlesien in Polen weiter intensiviert.
#1609Im August 2014 wurde eine neue gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit der drei Regio nen unterzeichnet.
#1610Darin unterstreichen wir die Kooperation und die Notwendigkeit von Projekten, unter anderem im Bereich Wirtschaft.
#1611Auch zu den Vereinigten Staaten von Amerika und zu Kanada pflegt NRW freund schaftliche und wirtschaftliche Kontakte.
#1612Bei den umstrittenen und von uns abgelehn ten Freihandelsabkommen TTIP und CETA mit den USA bzw.
#1613Kanada haben wir GRÜNE aber schon früh auf die Gefahren für unsere europäischen Standards, unsere mittelstän dische Wirtschaft und nicht zuletzt auch für unsere rechtsstaatlichen Prinzipien hinge wiesen.
#1614So haben wir dazu beigetragen, dass der Bereich der audiovisuellen Medien bei den TTIP-Verhandlungen ausgenommen wurde.
#1615Gemeinsam und nachhaltig wirtschaften in Europa Gerade die Erfahrungen der Wirtschafts und Finanzkrise und die ersten Folgen des Bre xit-Votums für Unternehmen zeigen, dass wir mehr Europa brauchen und dass natio nale Eigensucht und Alleingänge keinen Platz in einer modernen, globalisierten Welt haben.
#1616Die europäischen Verträge müssen zukunftsfähig weiterentwickelt werden.
#1617Spar politik ist keine Lösung, um die Krise zu überwinden.
#1618Wir benötigen eine europaweite, engagierte Initiative für ein nachhaltiges Wachstum und eine gemeinsame europäische Wirtschaftspolitik.
#1619Sie ist ein Aspekt eines vertieften Europas und unentbehrlich für das Funktionieren der Wirtschafts und Währungsunion.
#1620Zum Abbau der makroökonomischen Ungleichgewichte und Leistungsbilanzüberschüsse oder -defizite müssen die EU-Mit gliedsstaaten die länderspezifischen Empfehlungen der EU-Kommission ernst nehmen.
#1621Deutschland sollte seinen jährlich steigenden Leistungsbilanzüberschuss, der seit Jahren deutlich über der Stabilitätsgrenze von 6 Prozent des BIP liegt, endlich reduzieren.
#1622Hierzu sind deutlich verstärkte Investitionen, zum Beispiel beim Klimaschutz, in Schulen und Hochschulen, eine funktionierende Infrastruktur und schnelles Internet, notwendig.
#1623Unentbehrlich sind neben der gemeinsamen europäischen Wirtschaftspolitik auch der Schutz des Lebens und der natürlichen Lebensgrundlagen sowie eine soziale Siche rung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die unterschiedlichen Lebenslagen der Menschen.
#1624Daher gehört zu einem vertieften Europa untrennbar eine gemeinsame und ambitionierte Umwelt-, Klima und Sozialpolitik.
#1625Dies darf nicht wegen wirtschaftli cher Interessen verhindert werden.
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