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vom 17.03.2026 PDF
#147
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Neben den entspre chenden Maßnahmen in der Landwirtschaft wollen wir ein Konzept für ein Netz von Flächen in öffentlicher Hand innerhalb der intensiv genutzten Agrarlandschaft erar beiten, das entlang von Straßen, Wegen und Bahnlinien Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen schafft.
#148Flächen, die sich im Innen und Außenbereich bereits in öffentlicher Hand befinden, müssen ökologisch sinnvoll gepflegt werden.
#149Zu den dafür notwendigen Maßnahmen zählt es, die illegale Überackerung von öffentlichen Flächen zu beenden.
#150Außerdem sollen von der öffentlichen Hand weitere Flächen erworben werden, um die Entwicklung eines landesweiten Biotopverbundes – zum Beispiel durch Grünbrücken – zu unterstützen.
#151Hierzu soll eine systematische Untersuchung landesweit einen planvol len Aus und Umbau einleiten.
#152Auch auf Hochwasserschutzdeichen sollen wertvolle bun te Wiesen entstehen oder erhalten werden.
#153Zur Optimierung des Erhaltungszustandes 12 13 und der Pflege von Schutzgebieten sowie zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie wollen wir das landesweite Netzwerk der Biologischen Stationen in NRW und die eh renamtlich arbeitenden Umwelt und Naturschutzverbände in ihrer Arbeit weiterhin un terstützen.
#154Im Rahmen der Biodiversitätsstrategie sollen die zuständigen kommunalen Stellen das jeweilige „natürliche Inventar“ erfassen und in Abständen in einem Monito ring fortschreiben.
#155Was uns bei der Gentechnik gelungen ist, sollte auch beim Einsatz von Stoffen ge lingen, die für die Biodiversität schädlich sind.
#156Neben dem vorsorgenden Gesundheits schutz bezüglich der Wirkungen von Glyphosat wollen wir auch einen vorsorgenden Naturschutz, der die Anwendung von Herbiziden und Pestiziden zurückdrängt.
#157Eine sol che Strategie kommt nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch der Lebensmittelwirt schaft entgegen.
#158Millionen Vögel sterben in Deutschland jährlich durch die Kollision mit Glasfassaden von Gebäuden.
#159Wir wollen zusammen mit den Kommunen wirksame Instrumente entwi ckeln, um dieses Sterben an Neubauten, aber auch an Bestandsgebäuden zu vermeiden.
#160Zusätzlich wollen wir gemeinsam mit den Kommunen die nächtliche Beleuchtung zum Schutz von nachtaktiven Tieren sparsam, gezielt und schonend einsetzen.
#161Wir setzen uns dafür ein, den Artenschutz auf Bundesebene baurechtlich zu stärken.
#162Waldstrategie 2050 So wie mit der Biodiversitätsstrategie wollen wir auch mit der Waldstrategie 2050 ei nen gesellschaftlichen Grundkonsens zum Umgang mit unserem Wald beschreiben und konkrete Ziele und Maßnahmen entwickeln.
#163Nach wie vor verfolgen wir das Leitbild, die produktionsorientierte Waldwirtschaft in allen Besitzarten mit den Beteiligten zu einer nachhaltigen und naturnahen Waldwirtschaft weiterzuentwickeln.
#164Gleichzeitig wollen wir gerade den Kleinbesitzer*innen oder auch den Menschen in urbanen Räumen die Möglichkeit eröffnen, über Waldgenossenschaften und bzw.
#165oder weitere Bürger*innen waldmodelle Eigentumsformen zu leben und den Wald als Eigentümer*innen konkret zu erfahren.
#166Dies stärkt die Auseinandersetzung mit den verschiedenen wichtigen Waldfunk tionen wie Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Erholungsraum, Klimaregulator, Luftfilter, Wasserspeicher und nicht zuletzt auch Rohstoffproduzent zu sein.
#167Eine solche Teilhabe fördert neue Identifikation und neues Waldwissen und sorgt nicht zuletzt für ein stärkeres bürgerschaftliches Engagement und eine bessere Akzeptanz von Waldumbauprozessen.
#168Der Wald darf darüber hinaus aber nicht nur Rohstofflieferant sein.
#169Seine Rolle als besonderer Ort der Erholung für den Menschen, als Kohlenstoffspeicher für den Klima schutz sowie als Lebensraum für die heimische Biodiversität ist von unschätzbarer Be deutung.
#170Die FSC-Zertifizierung des Staatswaldes, die Einrichtung von Wildnisgebieten und die Förderung des Wisentprojektes sind dabei wichtige Signale.
#171Mischwälder mit einem hohen Anteil an Laubbaumbestand sind weitaus stabiler als monokulturelle Nadelholzbestände.
#172Zudem müssen die Wälder von morgen dem Kli ma angepasste Sorten vorweisen, die den Wetterherausforderungen im wahrsten Sinne auch gewachsen sind.
#173Der Landesbetrieb Wald und Holz übernimmt dabei die Rolle ei nes Musterbetriebes für ökologische Waldbewirtschaftung.
#174Er berät hierzu die privaten Waldbesitzer und betreut Pilotprojekte zur Weiterentwicklung ökologischer Programme.
#175Neben der Verwirklichung auf landeseigenen Waldflächen wird es eine große He rausforderung sein, auch die vielen Privatwaldbesitzer*innen von den Vorteilen einer zukunftsfähigen, dem Klima angepassten und nachhaltigen Dauerwaldbewirtschaftung zu überzeugen.
#176Dazu wollen wir die Möglichkeiten der Laubholznutzung im Rahmen einer aktiven Clusterpolitik offensiv ausbauen.
#177Wir unterstützen die Zertifizierung von Kleinwaldbetrieben nach Standards des FSC oder ökologischer Anbauverbände.
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