Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 18.03.2026 PDF
#1618
Wir benötigen eine europaweite, engagierte Initiative für ein nachhaltiges Wachstum und eine gemeinsame europäische Wirtschaftspolitik.
#1619
Sie ist ein Aspekt eines vertieften Europas und unentbehrlich für das Funktionieren der Wirtschafts und Währungsunion.
#1620
Zum Abbau der makroökonomischen Ungleichgewichte und Leistungsbilanzüberschüsse oder -defizite müssen die EU-Mit gliedsstaaten die länderspezifischen Empfehlungen der EU-Kommission ernst nehmen.
#1621
Deutschland sollte seinen jährlich steigenden Leistungsbilanzüberschuss, der seit Jahren deutlich über der Stabilitätsgrenze von 6 Prozent des BIP liegt, endlich reduzieren.
#1622
Hierzu sind deutlich verstärkte Investitionen, zum Beispiel beim Klimaschutz, in Schulen und Hochschulen, eine funktionierende Infrastruktur und schnelles Internet, notwendig.
#1623
Unentbehrlich sind neben der gemeinsamen europäischen Wirtschaftspolitik auch der Schutz des Lebens und der natürlichen Lebensgrundlagen sowie eine soziale Siche rung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die unterschiedlichen Lebenslagen der Menschen.
#1624
Daher gehört zu einem vertieften Europa untrennbar eine gemeinsame und ambitionierte Umwelt-, Klima und Sozialpolitik.
#1625
Dies darf nicht wegen wirtschaftli cher Interessen verhindert werden.
#1626
Wir wollen Teilhabe, soziale Rechte und Sozialstan dards für alle in der EU ausbauen.
#1627
Dazu gehören auch Barrierefreiheit und eine inklusive Gesellschaft.
#1628
Soziale und arbeitsrechtliche Standards in der öffentlichen Daseinsvorsor ge, einschließlich der sozialen, bildungs und arbeitsmarktpolitischen und gesundheit- lichen Dienstleistungen, sowie bei der Wohnraumversorgung sollen Priorität gegenüber 94 95 dem europäischen Wettbewerbsrecht haben.
#1629
Für alle Arbeitnehmer*innen muss gelten: gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit am gleichen Ort.
#1630
Die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist eine wichtige Säule europäischer Politik und wird von uns nicht infrage gestellt.
#1631
Freizügigkeit ist für jede*n ein unverzichtbarer Bestand teil persönlicher Freiheit und gleichzeitig von großem Wert für unsere Gesellschaft.
#1632
Aus unserer Alltagsarbeit in den Städten und Gemeinden wissen wir aber auch: Die Gewähr leistung dieses Grundrechts bedeutet vor dem Hintergrund der sozialen und ökonomi schen Problemlagen vor Ort Herausforderungen für die Kommunen.
#1633
Die Integration der EU-Bürger*innen und ihrer Familien erfordert finanzielle und auch personelle Ressour cen, über die insbesondere Kommunen mit großen Haushaltsdefiziten nicht verfügen.
#1634
Deshalb fordern sie seit langem finanzielle Unterstützung auch und gerade von der Europäischen Union.
#1635
Nur fairer Handel ist freier Handel Die Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP laufen nun seit fast zwei Jahren.
#1636
Seit Sommer 2013 ist der Protest dagegen immer lauter geworden, hat mehr Länder innerhalb der EU erreicht und verschiedenste Bereiche der Gesellschaft erfasst.
#1637
Von Gewerkschaften über Umweltverbände, von Kunstschaffenden über kom munale Vertreter*innen, von Mittelständler*innen und Landwirt*innen bis hin zu Daten schützer*innen: Die Kritik an den Plänen ist thematisch breit und inhaltlich fundiert.
#1638
Im Zentrum des Protestes stehen die fehlende Transparenz der TTIP-Verhandlungen und eine Verhandlungsagenda, die einseitig auf Deregulierung und Investoren-Schiedsge richte setzt und dies zulasten von Demokratie, Umwelt und Verbraucher*innen.
#1639
Gegen diese Pläne sind bereits Hunderttausende auf die Straße gegangen.
#1640
Wir halten die Pro teste und die Kritik an den Verhandlungen für begründet und notwendig und unterstüt zen sie ausdrücklich.
#1641
Grundsätzlich gilt für uns: Handelsabkommen, die negative Folgen für die kommu nale Daseinsvorsorge haben, die Umwelt oder Verbraucherschutzstandards direkt oder indirekt absenken oder die Einführung neuer Standards behindern oder die die zwi schen Industrieländern gänzlich unnötigen und hochriskanten Investor-Staatsklagen im Vertrag verankern, sind für uns GRÜNE in NRW nicht zustimmungsfähig.
#1642
Inhaltlich dürfen die europäischen Standards im Umwelt und Klimaschutz sowie im Gesundheits-, Arbeitnehmer und Verbraucherschutz nicht abgesenkt werden, um das höchstmögliche Schutzniveau der Bürger*innen in Nordrhein-Westfalen zu gewährleis ten.
#1643
Zudem könnten soziale und ökologische Standards, wie sie unser Tariftreue und Vergabegesetz ermöglicht, ausgehebelt werden.
#1644
Beides wollen wir verhindern.
#1645
Wir wollen internationalen Handel.
#1646
Wir wollen aber nicht, dass dieser zulasten von Entwicklungsländern geschieht.
#1647
Genau dies droht aber mit TTIP zu passieren.
#1648
Keine Sonderrechte für Investor*innen CETA, das Handels und Investitionsabkommen mit Kanada, wurde am 28.


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