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vom 18.03.2026 PDF
#1643
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Zudem könnten soziale und ökologische Standards, wie sie unser Tariftreue und Vergabegesetz ermöglicht, ausgehebelt werden.
#1644Beides wollen wir verhindern.
#1645Wir wollen internationalen Handel.
#1646Wir wollen aber nicht, dass dieser zulasten von Entwicklungsländern geschieht.
#1647Genau dies droht aber mit TTIP zu passieren.
#1648Keine Sonderrechte für Investor*innen CETA, das Handels und Investitionsabkommen mit Kanada, wurde am 28.
#1649Oktober 2016 im Europäischen Rat und am 30.
#1650Oktober 2016 von Kanada unterzeichnet.
#1651Falls das europäische Parlament CETA zustimmt, treten weite Teile des Abkommens vorläufig in Kraft.
#1652Damit würde der Gestaltungsspielraum der Länder und Gemeinden erheblich ein geschränkt werden, unter anderem in Bezug auf die Erbringung der Daseinsvorsorge.
#1653Die Ausnahmen für öffentliche Dienstleistungen sind unzureichend definiert und garan tieren keinen ausreichenden Schutz.
#1654Darüber hinaus sind die öffentlichen Dienstleistun gen nicht von den in CETA verankerten Investitionsschutzbestimmungen ausgenommen, woran auch die nachträglich verhandelten Zusatzerklärungen nichts ändern.
#1655Auf diese Weise werden Klagen von kanadischen Investoren oder Firmen mit Dependancen in Kanada gegen Maßnahmen zur Sicherstellung der kommunalen Daseinsvorsorge vor einem umstrittenen Schiedsgericht ermöglicht.
#1656Europa, die USA und Kanada haben starke Rechtssysteme.
#1657Es gibt bereits intensi ve Handels und Investitionsbeziehungen zwischen diesen Ländern, auch ohne Inves torenprivilegien.
#1658Eine funktionierende Infrastruktur oder gut ausgebildete Fachkräfte sind weitaus wichtiger für Investor*innen als Investor-Staat-Streitbeilegung (ISDS).
#1659Dies zeigt: ISDS ist schlicht unnötig.
#1660Wir schließen uns dem Beschluss des Bundesrates an, wonach diese Klageprivilegi en unnötig und mit hohen Risiken verbunden sind.
#1661Daran ändert auch nicht, dass die EU-Kommission mit dem CETA-Abkommen versucht hat, ein Investitionsschutzkapitel vorzulegen, das einige Kritikpunkte aufgreift und zu entschärfen versucht.
#1662Viele ele mentare Probleme würden damit weiter bestehen.
#1663Auch die nachträglich verhandelten Zusatzerklärungen ändern nichts an der Tatsache, dass CETA mit diesen Bestimmungen Klageprivilegien für Investor*innen etabliert und massiv ausbaut.
#1664Neben TTIP und CETA verhandelt die EU weitere Abkommen, die ISDS enthalten sollen.
#1665CETA würde die Rich tung für weitere Vereinbarungen vorgeben.
#1666Auch deshalb ist es so wichtig, keinen Präze denzfall auf EU-Ebene entstehen zu lassen.
#1667Wir GRÜNE in NRW lehnen Klageprivilegien für Konzerne durch TTIP und CETA deshalb ab.
#1668Die Praxis hat gezeigt, dass in vielen Fäl len die Weiterentwicklung von Umwelt und Verbraucherschutzstandards durch Klagen verhindert wurde oder teuer bezahlt werden musste.
#1669Kulturelle Vielfalt und das Vorsorgeprinzip schützen Durch die Unterzeichnung einer UN Konvention haben sich Deutschland und die EU zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen bekannt.
#1670Den Grundsätzen dieser Konvention sind wir auch im Rahmen von Freihandelsabkommen verpflichtet.
#1671CETA enthält für die EU keine generelle Ausnahme für kulturelle Dienst leistungen, sondern allein eine Ausnahme für den audiovisuellen Bereich.
#1672Damit hat 96 97 sich die EU ausdrücklich darauf eingelassen, CETA in der EU auf mehr kulturelle Berei che auszuweiten als in Kanada.
#1673Das ist unbefriedigend und auch deshalb ein Problem, weil es erneut als Blaupause für TTIP dienen und den europäischen Markt weiter für US-amerikanische Anbieter öffnen könnte.
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