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vom 18.03.2026 PDF
#1669
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Kulturelle Vielfalt und das Vorsorgeprinzip schützen Durch die Unterzeichnung einer UN Konvention haben sich Deutschland und die EU zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen bekannt.
#1670Den Grundsätzen dieser Konvention sind wir auch im Rahmen von Freihandelsabkommen verpflichtet.
#1671CETA enthält für die EU keine generelle Ausnahme für kulturelle Dienst leistungen, sondern allein eine Ausnahme für den audiovisuellen Bereich.
#1672Damit hat 96 97 sich die EU ausdrücklich darauf eingelassen, CETA in der EU auf mehr kulturelle Berei che auszuweiten als in Kanada.
#1673Das ist unbefriedigend und auch deshalb ein Problem, weil es erneut als Blaupause für TTIP dienen und den europäischen Markt weiter für US-amerikanische Anbieter öffnen könnte.
#1674Das Vorsorgeprinzip wird durch CETA geschwächt.
#1675Es ist ein Grundpfeiler des Um welt und Verbraucherschutzes in Europa.
#1676Es ermöglicht frühzeitiges politisches Han deln auch dann, wenn noch nicht vollständig gewiss ist, ob ein Produkt schädlich ist.
#1677Stattdessen tendiert CETA – genau wie TTIP – zum wissenschaftsbasierten Ansatz, der dazu im Gegensatz steht.
#1678Er lässt zu, dass Menschen und die Umwelt Schaden nehmen, weil erst eingegriffen wird, wenn der letzte Nachweis erbracht ist.
#1679Der Verzicht auf eine Verankerung des Vorsorgeprinzips bekommt noch einmal eine besondere Brisanz durch die regulatorische Kooperation – also den Versuch, Standards, Normen und Zulassungsprozedere durch CETA anzugleichen.
#1680Dabei ist CETA als ein so genanntes lebendiges Abkommen (living agreement) verhandelt worden: Dadurch, dass Mechanismen für die zukünftige Angleichung von Standards vereinbart wurden, soll es sich nach Abschluss des Abkommens noch weiterentwickeln.
#1681Dabei geht es unter anderem um politisch sehr sensible Fragen wie die Definiti onskriterien für Lebensmittel-Produktzulassungen in Europa, zum Beispiel bei gentech nisch veränderten Organismen.
#1682Die europäischen und kanadischen Schutzstandards hat CETA im Visier.
#1683TiSA ist ein geplantes Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen.
#1684Es beab sichtigt, alle Dienstleistungen für den globalen Markt zu öffnen.
#1685Hinter verschlossenen Türen verhandelt eine Gruppe von 22 Staaten und der EU – darunter die USA, Kanada, Australien, Japan und auch die Schweiz – als Staatenbund das Handelsabkommen.
#1686Wie schon bei TTIP und CETA droht die (weitere) Liberalisierung und Privatisierung des Wassers, der Abfall und Stromversorgung oder der Bildung; im Gesundheitswesen, dem öffentlichen Nahverkehr, Versicherungswesen, bei Post und Telekommunikation, beim digitalen Handel und im Finanzbereich.
#1687Eine weitere Gefahr birgt TiSA für die Rekommunalisierung, das Rückgängigmachen von privatisierten Dienstleistungen.
#1688Wür de TiSA beschlossen, wäre es unmöglich, beispielsweise die Privatisierung von Wasser wieder rückgängig zu machen.
#1689Das lehnen wir ab.
#1690TTIP und CETA stoppen – transparenter Neustart der EU-Handelspolitik Wir wollen internationalen Handel, aber nicht um jeden Preis.
#1691Ziel unserer Handels politik ist ein Austausch über gute Standards, gute Arbeitsbedingungen und eine gute Regulierungspraxis sowie eine Vereinheitlichung von technischen Normen.
#1692Dies würde auch kleineren und mittleren Unternehmen nutzen.
#1693Um solch eine Handelspolitik zu gestalten, werden eine starke und entschlossene staatliche Rahmengebung und eine transparente, multilaterale Politik benötigt.
#1694Die Verhandlungen zum Handelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) gehen allerdings in eine andere Richtung.
#1695Gemeinsam mit dem EU-Kanada-Abkommen CETA und dem geplanten Dienstleistungsabkommen TiSA stehen sie für eine Handels politik, die auf Exklusivität statt auf Multilateralismus setzt, auf Intransparenz statt auf faire Bürger*innenbeteiligung und auf Deregulierung statt auf gemeinsame gute Standardsetzung.
#1696Verlierer*innen der Handelsabkommen CETA und TTIP wären die so genannten Entwicklungs und Schwellenländer.
#1697Zu erwarten sind deutliche Rückgänge der Handelsvolumen mit den Ländern des globalen Südens.
#1698Folgen wären schrumpfen de Volkswirtschaften und das Sinken des Pro-Kopf-Einkommens, gerade in den ärmsten Ländern.
#1699Wir wollen jedoch die Chancen und Marktzugänge dieser Länder stärken.
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