Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 16.03.2026 PDF
#2226
Wir wollen die Versuchs und Mo dellschulen in NRW endlich aus ihrem Inseldasein befreien und ihren wissenschaft lich fundierten und evaluierten Erfahrungsschatz für alle Schulen in NRW nutzbar machen.
#2227
Die Ausgangslage der Schulen für ihre pädagogische Arbeit ist sehr unterschiedlich.
#2228
Dem wollen wir gerecht werden und Ungleiches auch ungleich behandeln.
#2229
Die auf der Grundlage des Sozialindex vergebenen Stellen möchten wir ausweiten und die Kriterien der Vergabe weiterentwickeln.
#2230
Anknüpfend an den Schulkonsens wollen wir umfassende Schulangebote in der Flä che sichern, Teilstandorte stärken und die Umwandlung von Schulen auf der Grundlage eines pädagogischen Konzeptes und eines Zweidrittelvotums aller schulischen Gremien (Schulkonferenz, Lehrer*innenkonferenz und Schulpflegschaft) ermöglichen.
#2231
Schulzeit – mehr Individualisierung – jedes Kind braucht seine Zeit Wer die Kinder und das Ziel der bestmöglichen Bildung für alle in den Mittelpunkt rücken will, muss von einer einfachen, immer wieder übersehenen Wahrheit ausgehen, die uns GRÜNE leitet: Jedes Kind ist anders, jedes Kind hat eigene Wege, und jedes Kind braucht auch seine eigene Zeit.
#2232
Wir GRÜNE wollen deshalb jedem Kind eine an seine individuellen Voraussetzungen angepasste flexible Schulzeit ermöglichen.
#2233
Den unproduktiven Streit über G8/G9 wol len wir beenden.
#2234
Wir brauchen für die Debatte über die Schulzeit in Nordrhein-Westfalen eine neue Qualität und eine neue Kultur.
#2235
Die nächste Reform darf keine Reform sein, die sich an Organisationsstrukturen orientiert.
#2236
Die nächste Reform muss eine sein, die sich an den vielfältigen Bedürfnissen der Kinder orientiert – und zwar nicht nur am Gymnasium, sondern in allen Schulformen und für alle Schulabschlüsse.
#2237
Das bedeutet: Das Recht aller Kinder auf individuelle Förderung, wie es im NRW-Schul gesetz festgelegt ist, muss auch zu einem Recht auf die individuelle Lernzeit werden.
#2238
Die Grundschule mit der flexiblen Eingangsphase macht es vor – die Kinder können die früheren ersten beiden Schuljahre heute in ein bis drei Jahren durchlaufen.
#2239
Diesen Reformansatz wollen wir für alle Schulen der Sekundarstufe I und II ange messen entwickeln.
#2240
Damit erhöhen wir die Durchlässigkeit des Systems und gewähr leisten die Mobilität der Schüler*innen.
#2241
Wir fangen in Nordrhein-Westfalen auch bei den weiterführenden Schulen da nicht bei null an, denn das Prinzip der individuellen Förderung hat sich bereits an vielen Schulen durchgesetzt.
#2242
Eine individuelle, flexible Schullaufbahn ist ein logischer nächs ter Schritt.
#2243
Unser Ansatz kann sukzessive und ohne Gesamtumbau umgesetzt werden.
#2244
Im Übrigen sind auch die vielen guten Entwicklungen an den Gymnasien, um die Kinder und Jugendlichen bei G8 zu entlasten, wertvolle und wichtige Etappen auf diesem Weg der individuellen Förderung.
#2245
Es ist nicht wichtig, ob Kinder zwölf, dreizehn, oder vierzehn Jahre in die Schule gehen.
#2246
Wichtig ist, dass alle Kinder gut lernen im Sinne einer umfassenden Persönlichkeitsbildung.
#2247
Wichtig ist auch, dass sie den besten Abschluss schaffen, den sie jeweils individuell erreichen können – was nicht bedeutet, dass alle Abitur machen werden.
#2248
Um den Schulen einen sanften Weg für diese Veränderung zu ermöglichen, wollen wir ihnen im Schulgesetz verschiedene Optionen für die individuelle Lernzeit ermögli chen.
#2249
Die Kernpunkte unseres Modells sind die folgenden: ■ Der schulrechtliche Rahmen ist für alle Gymnasien gleich.
#2250
Damit sichern wir Ver gleichbarkeit, Durchlässigkeit und Mobilität.
#2251
An jedem Gymnasium, auch an kleinen Gymnasien, wird ein acht oder neunjähriger Weg zum Abitur angeboten.
#2252
Individuelle Lernzeit findet in den Klassen 7 bis 10 statt.
#2253
Die Eltern und Schüler*in nen werden aufgrund der Lern und Leistungsentwicklung des Kindes umfassend beraten, die Entscheidung über den weiteren Weg wird nach der Erprobungsstufe Klasse 6 getroffen.
#2254
Es gibt zwei Wege zur individuellen Lernzeit: Entweder bildet die Schule nach der Klasse 6 einen dreijährigen und einen vierjährigen Zweig.
#2255
Oder die Schule bietet allen Kindern in diesem Zeitraum neben dem Unterricht im Klassenverband auch individuelle Lernzeiten an, mit Wahlpflichtfächern und dem Besuch des Unterrichts höherer und bzw.
#2256
oder niedrigerer Jahrgangsstufen – je nach Lernfortschritt.


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