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vom 16.03.2026 PDF
#2233
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Den unproduktiven Streit über G8/G9 wol len wir beenden.
#2234Wir brauchen für die Debatte über die Schulzeit in Nordrhein-Westfalen eine neue Qualität und eine neue Kultur.
#2235Die nächste Reform darf keine Reform sein, die sich an Organisationsstrukturen orientiert.
#2236Die nächste Reform muss eine sein, die sich an den vielfältigen Bedürfnissen der Kinder orientiert – und zwar nicht nur am Gymnasium, sondern in allen Schulformen und für alle Schulabschlüsse.
#2237Das bedeutet: Das Recht aller Kinder auf individuelle Förderung, wie es im NRW-Schul gesetz festgelegt ist, muss auch zu einem Recht auf die individuelle Lernzeit werden.
#2238Die Grundschule mit der flexiblen Eingangsphase macht es vor – die Kinder können die früheren ersten beiden Schuljahre heute in ein bis drei Jahren durchlaufen.
#2239Diesen Reformansatz wollen wir für alle Schulen der Sekundarstufe I und II ange messen entwickeln.
#2240Damit erhöhen wir die Durchlässigkeit des Systems und gewähr leisten die Mobilität der Schüler*innen.
#2241Wir fangen in Nordrhein-Westfalen auch bei den weiterführenden Schulen da nicht bei null an, denn das Prinzip der individuellen Förderung hat sich bereits an vielen Schulen durchgesetzt.
#2242Eine individuelle, flexible Schullaufbahn ist ein logischer nächs ter Schritt.
#2243Unser Ansatz kann sukzessive und ohne Gesamtumbau umgesetzt werden.
#2244Im Übrigen sind auch die vielen guten Entwicklungen an den Gymnasien, um die Kinder und Jugendlichen bei G8 zu entlasten, wertvolle und wichtige Etappen auf diesem Weg der individuellen Förderung.
#2245Es ist nicht wichtig, ob Kinder zwölf, dreizehn, oder vierzehn Jahre in die Schule gehen.
#2246Wichtig ist, dass alle Kinder gut lernen im Sinne einer umfassenden Persönlichkeitsbildung.
#2247Wichtig ist auch, dass sie den besten Abschluss schaffen, den sie jeweils individuell erreichen können – was nicht bedeutet, dass alle Abitur machen werden.
#2248Um den Schulen einen sanften Weg für diese Veränderung zu ermöglichen, wollen wir ihnen im Schulgesetz verschiedene Optionen für die individuelle Lernzeit ermögli chen.
#2249Die Kernpunkte unseres Modells sind die folgenden: ■ Der schulrechtliche Rahmen ist für alle Gymnasien gleich.
#2250Damit sichern wir Ver gleichbarkeit, Durchlässigkeit und Mobilität.
#2251An jedem Gymnasium, auch an kleinen Gymnasien, wird ein acht oder neunjähriger Weg zum Abitur angeboten.
#2252Individuelle Lernzeit findet in den Klassen 7 bis 10 statt.
#2253Die Eltern und Schüler*in nen werden aufgrund der Lern und Leistungsentwicklung des Kindes umfassend beraten, die Entscheidung über den weiteren Weg wird nach der Erprobungsstufe Klasse 6 getroffen.
#2254Es gibt zwei Wege zur individuellen Lernzeit: Entweder bildet die Schule nach der Klasse 6 einen dreijährigen und einen vierjährigen Zweig.
#2255Oder die Schule bietet allen Kindern in diesem Zeitraum neben dem Unterricht im Klassenverband auch individuelle Lernzeiten an, mit Wahlpflichtfächern und dem Besuch des Unterrichts höherer und bzw.
#2256oder niedrigerer Jahrgangsstufen – je nach Lernfortschritt.
#2257Dann kann die Zeit bis zur Oberstufe fünf oder sechs Jahre dauern.
#2258Die gymnasiale Ober stufe selbst bleibt dreijährig.
#2259Zukünftig wird auch an den Gymnasien grundsätzlich der mittlere Bildungsabschluss erworben.
#2260Die Gesamtschulen erhalten ebenfalls die Möglichkeit, die Schullaufbahn zukünftig noch individueller zu gestalten.
#2261Die zweite Fremdsprache beginnt an allen weiterfüh renden Schulen wieder mit der Klasse 7.
#2262Wir GRÜNE wollen, dass bis 2019/2020 alle betroffenen Schulen die individuelle Lernzeit anbieten.
#2263Zuvor starten wir eine entsprechende Fortbildungsoffensive für die Lehrkräfte mit extra Zeit.
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