Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 16.03.2026 PDF
#2589
Den Bürger*innen eine materielle Grundsicherung und ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, ihre Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, an so zialen, kulturellen und sportlichen Aktivitäten zu sichern: Das sind die Grundprinzipien Grüner Sozialpolitik.
#2590
GESUNDHEITSPOLITIK In der Vergangenheit hat die Ökonomisierung des Gesundheitswesens durch falsche Anreize zu einer Versorgung geführt, die einseitig auf medizintechnische sowie phar makologische Intervention und apparative Überwachung setzt, anstatt eine umfassende Sichtweise von Zuwendung, Therapie und Pflege in den Mittelpunkt zu rücken.
#2591
In dem NRW, für das wir eintreten, wird Gesundheitsversorgung jedoch weitergedacht.
#2592
Wir entwickeln patient*innenenorientierte Versorgungsnetze, investieren in Präventi on und Gesundheitsvorsorge und schaffen Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft und -versorgung sowie in der Forschung und Pflege.
#2593
Grüne Gesundheitspolitik will eine bedarfsgerechte und ohne Hürden zugängliche gesundheitliche Versorgung für alle Menschen ermöglichen, unabhängig von deren so zialem Status, Alter, Herkunft oder Geschlecht.
#2594
Dies muss gleichermaßen für die städti schen wie auch die ländlichen Räume gelten.
#2595
Ausschlaggebend muss sein, was für den Menschen gut ist, nicht das, was den Einrichtungen, Leistungserbringern oder Kosten trägern am besten passt.
#2596
Es wird immer dringlicher, als Gesellschaft mehr für Prävention und Gesundheits förderung zu tun.
#2597
Armut macht krank und lang anhaltende Erkrankung oft arm.
#2598
Noch immer gilt, dass soziale Benachteiligung mit einer erheblich kürzeren Lebenszeit ver bunden ist und benachteiligte Kinder schon in jüngeren Jahren stärkeren gesundheitli chen Risiken ausgesetzt sind.
#2599
Frühzeitige Gesundheitsförderung verringert nicht nur die weit höheren Gesundheitsrisiken von sozial benachteiligten Menschen, sondern schafft mehr Lebensqualität für jede*n Einzelne*n.
#2600
Sie hilft aber auch, Pflegebedarfe und infol gedessen gesundheitliche Versorgungsbedarfe zu vermeiden oder hinauszuzögern und entlastet so unsere sozialen Sicherungssysteme, das Pflege und das Gesundheitswesen.
#2601
Kurz gesagt: Prävention senkt Kosten und zusätzliche Bedarfe bei einem Mehr an Le bensqualität.
#2602
In einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden, ist die gesundheitli che und pflegerische Versorgung außerdem zu einem der wichtigsten Standortfaktoren vor allem für den ländlichen Raum geworden.
#2603
Zugleich wird es trotz anhaltender Zu wanderung schwieriger, die vielen zusätzlichen Fachkräfte für die Pflege und die Ge sundheitsversorgung zu gewinnen.
#2604
Dies macht neben der Prävention auch eine stärkere Zusammenarbeit und Vernetzung aller an der Versorgung beteiligten Akteur*innen not wendig.
#2605
Darüber hinaus müssen wir verstärkt Fehlversorgungen abbauen und die Versor gungsstrukturen an die Bedürfnisse der Menschen anpassen.
#2606
Insbesondere für einen älteren Menschen ist jeder Krankenhausaufenthalt eine große Belastung.
#2607
Viele der heu tigen Einweisungen könnten vermieden werden.
#2608
Es war eines der Markenzeichen der Grünen Gesundheitspolitik der letzten Jahre, diese Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, die Versorgung vor Ort zu stärken und den konkreten Bedarf der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen – in dem Bewusstsein, dass sie je nach Geschlecht, Alter, kulturellem Hintergrund oder sozialer Lage unter schiedlich sein können.
#2609
Viel erreicht – GRÜNE Erfolge seit 2010 Mit dem Krankenhausplan 2015 wurden erstmals auch qualitative Vorgaben für die Entwicklung der stationären Versorgung gemacht; dabei wurde unter anderem auch die Psychosomatik planerisch mit der Psychiatrie zusammengeführt und mit diesem integrierten Versorgungskonzept die bisherige stigmatisierende Trennung endlich auf gehoben.
#2610
Wir haben zusätzliche Studienplätze für Ärzt*innen geschaffen, das Haus ärzt*innenprogramm zur Stärkung des ländlichen Raumes weiterentwickelt und das Potenzial telemedizinischer und telematischer Angebote für eine bessere Versorgung gerade auch im ländlichen Raum frühzeitig erkannt und gefördert.
#2611
Zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Frauen und Mädchen haben wir das „Kompetenz zentrum Frauen und Gesundheit“ sowie die „Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht“ und die „Landesfachstelle Essstörungen“ eingerichtet.
#2612
Zum Schutz der Bevölke rung haben wir auch im Bereich der Drogen und Suchtpolitik die präventiven Angebote weiterentwickelt und die bestehenden Schutzlücken im Nichtraucherschutzgesetz ge schlossen.
#2613
Als erstes Flächenland hat Nordrhein-Westfalen eine Gesundheitskarte auch für Flüchtlinge (G-Karte NRW) eingeführt und schafft damit die Voraussetzungen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen und zur finanziellen Entlastung der Kommunen.
#2614
Darüber hinaus haben wir konkrete Projekte zur Unterstüt zung und Hilfe für traumatisierte geflüchtete Menschen, insbesondere für geflüchtete Frauen, auf den Weg gebracht.
#2615
Die Versorgung von Menschen in prekären Lebenslagen, die Stärkung der Selbstbestimmung von Patient*innen und ihrer Teilhabemöglichkeiten, zum Beispiel durch die Einführung eines Patientenbeauftragten, und die Unterstützung und Vernetzung der Patientenfürsprecher*innen waren weitere wichtige Arbeitsschwer punkte, an die wir weiter anknüpfen wollen, um die gesundheitliche Versorgung und den Schutz der Bevölkerung weiter zu verbessern und zukunftssicher zu gestalten.
#2616
Gesundheitsversorgung sicherstellen – Patient*innen im Mittelpunkt Im Bereich der Gesundheitsversorgung brauchen wir weitere Veränderungen, die vom Menschen her gedacht werden und von den Bedarfen und Bedürfnissen der Menschen aus gehen.
#2617
Versorgung wird angesichts der zunehmenden Zahl hochbetagter Menschen stärker vernetzt, barrierefrei – und oft auch aufsuchend zuhause – erbracht werden müssen.
#2618
Es ist aber zudem wichtig, dass wir Rahmenbedingungen schaffen, die insbesondere mehr Allgemeinmediziner*innen, Kinder und Jugendärzt*innen und andere motivieren, in ländlichen Regionen sowie in städtischen Problemgebieten zu praktizieren.
#2619
Eine altersge rechte Versorgung bedeutet auch, Konzepte zur Vermeidung von Krankenhausaufenthal ten zu entwickeln und umzusetzen.


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