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vom 16.03.2026 PDF
#2594
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Dies muss gleichermaßen für die städti schen wie auch die ländlichen Räume gelten.
#2595Ausschlaggebend muss sein, was für den Menschen gut ist, nicht das, was den Einrichtungen, Leistungserbringern oder Kosten trägern am besten passt.
#2596Es wird immer dringlicher, als Gesellschaft mehr für Prävention und Gesundheits förderung zu tun.
#2597Armut macht krank und lang anhaltende Erkrankung oft arm.
#2598Noch immer gilt, dass soziale Benachteiligung mit einer erheblich kürzeren Lebenszeit ver bunden ist und benachteiligte Kinder schon in jüngeren Jahren stärkeren gesundheitli chen Risiken ausgesetzt sind.
#2599Frühzeitige Gesundheitsförderung verringert nicht nur die weit höheren Gesundheitsrisiken von sozial benachteiligten Menschen, sondern schafft mehr Lebensqualität für jede*n Einzelne*n.
#2600Sie hilft aber auch, Pflegebedarfe und infol gedessen gesundheitliche Versorgungsbedarfe zu vermeiden oder hinauszuzögern und entlastet so unsere sozialen Sicherungssysteme, das Pflege und das Gesundheitswesen.
#2601Kurz gesagt: Prävention senkt Kosten und zusätzliche Bedarfe bei einem Mehr an Le bensqualität.
#2602In einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden, ist die gesundheitli che und pflegerische Versorgung außerdem zu einem der wichtigsten Standortfaktoren vor allem für den ländlichen Raum geworden.
#2603Zugleich wird es trotz anhaltender Zu wanderung schwieriger, die vielen zusätzlichen Fachkräfte für die Pflege und die Ge sundheitsversorgung zu gewinnen.
#2604Dies macht neben der Prävention auch eine stärkere Zusammenarbeit und Vernetzung aller an der Versorgung beteiligten Akteur*innen not wendig.
#2605Darüber hinaus müssen wir verstärkt Fehlversorgungen abbauen und die Versor gungsstrukturen an die Bedürfnisse der Menschen anpassen.
#2606Insbesondere für einen älteren Menschen ist jeder Krankenhausaufenthalt eine große Belastung.
#2607Viele der heu tigen Einweisungen könnten vermieden werden.
#2608Es war eines der Markenzeichen der Grünen Gesundheitspolitik der letzten Jahre, diese Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, die Versorgung vor Ort zu stärken und den konkreten Bedarf der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen – in dem Bewusstsein, dass sie je nach Geschlecht, Alter, kulturellem Hintergrund oder sozialer Lage unter schiedlich sein können.
#2609Viel erreicht – GRÜNE Erfolge seit 2010 Mit dem Krankenhausplan 2015 wurden erstmals auch qualitative Vorgaben für die Entwicklung der stationären Versorgung gemacht; dabei wurde unter anderem auch die Psychosomatik planerisch mit der Psychiatrie zusammengeführt und mit diesem integrierten Versorgungskonzept die bisherige stigmatisierende Trennung endlich auf gehoben.
#2610Wir haben zusätzliche Studienplätze für Ärzt*innen geschaffen, das Haus ärzt*innenprogramm zur Stärkung des ländlichen Raumes weiterentwickelt und das Potenzial telemedizinischer und telematischer Angebote für eine bessere Versorgung gerade auch im ländlichen Raum frühzeitig erkannt und gefördert.
#2611Zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Frauen und Mädchen haben wir das „Kompetenz zentrum Frauen und Gesundheit“ sowie die „Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht“ und die „Landesfachstelle Essstörungen“ eingerichtet.
#2612Zum Schutz der Bevölke rung haben wir auch im Bereich der Drogen und Suchtpolitik die präventiven Angebote weiterentwickelt und die bestehenden Schutzlücken im Nichtraucherschutzgesetz ge schlossen.
#2613Als erstes Flächenland hat Nordrhein-Westfalen eine Gesundheitskarte auch für Flüchtlinge (G-Karte NRW) eingeführt und schafft damit die Voraussetzungen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen und zur finanziellen Entlastung der Kommunen.
#2614Darüber hinaus haben wir konkrete Projekte zur Unterstüt zung und Hilfe für traumatisierte geflüchtete Menschen, insbesondere für geflüchtete Frauen, auf den Weg gebracht.
#2615Die Versorgung von Menschen in prekären Lebenslagen, die Stärkung der Selbstbestimmung von Patient*innen und ihrer Teilhabemöglichkeiten, zum Beispiel durch die Einführung eines Patientenbeauftragten, und die Unterstützung und Vernetzung der Patientenfürsprecher*innen waren weitere wichtige Arbeitsschwer punkte, an die wir weiter anknüpfen wollen, um die gesundheitliche Versorgung und den Schutz der Bevölkerung weiter zu verbessern und zukunftssicher zu gestalten.
#2616Gesundheitsversorgung sicherstellen – Patient*innen im Mittelpunkt Im Bereich der Gesundheitsversorgung brauchen wir weitere Veränderungen, die vom Menschen her gedacht werden und von den Bedarfen und Bedürfnissen der Menschen aus gehen.
#2617Versorgung wird angesichts der zunehmenden Zahl hochbetagter Menschen stärker vernetzt, barrierefrei – und oft auch aufsuchend zuhause – erbracht werden müssen.
#2618Es ist aber zudem wichtig, dass wir Rahmenbedingungen schaffen, die insbesondere mehr Allgemeinmediziner*innen, Kinder und Jugendärzt*innen und andere motivieren, in ländlichen Regionen sowie in städtischen Problemgebieten zu praktizieren.
#2619Eine altersge rechte Versorgung bedeutet auch, Konzepte zur Vermeidung von Krankenhausaufenthal ten zu entwickeln und umzusetzen.
#2620Dabei kommt ebenso den anderen Gesundheits und Pflegeberufen in Zukunft eine noch wichtigere Bedeutung für die Grundversorgung zu.
#2621Zugleich kann durch den Einsatz von Telemedizin die Vernetzung örtlicher Versorgungs strukturen mit der Hightech-Medizin der Universitätskliniken befördert werden, so dass auch die Menschen im ländlichen Raum eng an die medizinische Weiterentwicklung angebunden bleiben.
#2622So können beispielsweise mit dem „AGnES-Konzept“ (Arztentlas tende, Gemeindenahe, E-Health-gestützte, Systemische Intervention) qualifizierte Mitar beiter*innen medizinische Tätigkeiten übernehmen und Ärzt*innen in der hausärztlichen Versorgung ergänzen und unterstützen.
#2623Hausbesuche, bei denen die Daten, Bilder und Werte der Untersuchung direkt in die Praxis übertragen werden, damit die Ärzt*innen vor Ort entscheiden können was die Patient*innen brauchen, geben Sicherheit und stellen Zuwendung sicher.
#2624Sie entlasten die Hausärzt*innen und sind gerade für den ländlichen Raum – aber auch für ältere Patient*innen im städtischen Raum – ein wichtiger Versor gungsbaustein der Zukunft.
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