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vom 15.03.2026 PDF
#2621
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Zugleich kann durch den Einsatz von Telemedizin die Vernetzung örtlicher Versorgungs strukturen mit der Hightech-Medizin der Universitätskliniken befördert werden, so dass auch die Menschen im ländlichen Raum eng an die medizinische Weiterentwicklung angebunden bleiben.
#2622So können beispielsweise mit dem „AGnES-Konzept“ (Arztentlas tende, Gemeindenahe, E-Health-gestützte, Systemische Intervention) qualifizierte Mitar beiter*innen medizinische Tätigkeiten übernehmen und Ärzt*innen in der hausärztlichen Versorgung ergänzen und unterstützen.
#2623Hausbesuche, bei denen die Daten, Bilder und Werte der Untersuchung direkt in die Praxis übertragen werden, damit die Ärzt*innen vor Ort entscheiden können was die Patient*innen brauchen, geben Sicherheit und stellen Zuwendung sicher.
#2624Sie entlasten die Hausärzt*innen und sind gerade für den ländlichen Raum – aber auch für ältere Patient*innen im städtischen Raum – ein wichtiger Versor gungsbaustein der Zukunft.
#2625Wir werden dafür sorgen, dass diese Entwicklung zügig voranschreitet, ohne dabei den Menschen zu vergessen.
#2626Die Strukturen müssen so ausgerichtet sein, dass die Be schäftigten im Gesundheitswesen sie als Mehrwert und arbeitserleichternd erleben, die Patient*innen sich mitgenommen und informiert fühlen und Datensicherheit sowie Da- tensouveränität jederzeit gewährleistet sind.
#2627Die Gesundheitseinrichtungen müssen sich auf die Bedarfe einer älter werdenden Gesellschaft ausrichten.
#2628Besonders die hochbetagten Menschen und diejenigen mit Unterstützungsbedarf sind auf eine gut zugängliche und abgestimmte gesundheitliche Versorgung angewiesen.
#2629Zugleich wollen wir vor Ort darauf hinwirken, dass die Ange bote und Einrichtungen barrierefrei gestaltet und auch auf die spezifischen Belange von Menschen mit Behinderung ausgerichtet werden.
#2630Denn unser konkretes Ziel ist die Barrierefreiheit.
#2631Es gilt, die noch oft vorhandenen Hürden für Menschen mit Zuwanderungsgeschich te bei der Inanspruchnahme gesundheitlicher Leistungen abzubauen und die interkul turelle Kompetenz in den Gesundheitseinrichtungen zu stärken.
#2632Auch werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass auch für „Menschen ohne Papiere“ eine Gesundheitsver sorgung ermöglicht wird.
#2633Die Umsetzung des Krankenhausplans über die regionalen Planungskonzepte wol len wir eng begleiten und die Mittel des Strukturfonds zielgerichtet einsetzen, um eine demografiefeste Krankenhausversorgung NRWs abzusichern.
#2634Dazu muss das Land sei ne Finanzierungsstruktur für die Krankenhausinvestitionen erweitern.
#2635Das Land muss neben der pauschalen Finanzierung auch wieder eine Option haben, zielgerichtet und steuernd über die Finanzierung in die Krankenhausstruktur einzugreifen.
#2636Mittelfristig werden die Länder jedoch die investive Förderung der Krankenhäuser nicht allein stem men können.
#2637Es bedarf einer neuen Finanzierungskonstruktion, an der die Kassen betei ligt werden (Teilmonistik), das Land aber seine Verantwortung für die Planung behält.
#2638Hierfür werden wir uns auf Bundesebene einsetzen.
#2639Außerdem muss die getrennte Zuständigkeit für die Planung der stationären und der ambulanten Versorgung endlich überwunden werden und den Ländern, Regionen und Kommunen müssen mehr Kompetenzen zugestanden werden, bei der Ausgestaltung der Versorgung vor Ort mitzureden.
#2640Zugleich muss die Bildung regionaler Budgets aus den Mitteln der verschiedenen Sozialgesetzbücher durch den Bund ermöglicht werden.
#2641Mit innovativen Versorgungsmodellen wollen wir diesen Prozess vorantreiben.
#2642Dazu gehört es, die Ärzt*innennetze und die berufsgruppenübergreifenden Gesundheitszentren – zum Beispiel als Genossenschaften von örtlichen Leistungserbringern – weiter zu unterstüt zen.
#2643Dabei knüpfen wir auch an die guten Erfahrungen aus der berufsgruppenübergreifen den Zusammenarbeit zum Beispiel in den Sozialpädiatrischen Zentren an und forcieren den Ausbau der Medizinischen Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger und mehrfacher Behinderung.
#2644Wir sind überzeugt, dass es zukünftig insbesondere auf dem Land und in struktur schwachen Regionen vielfältigere Konzepte als nur die klassische „Ein-Arzt-Praxis“ als ambulante, ärztliche Versorgung braucht.
#2645Wir werden gegenüber der ärztlichen Selbst- verwaltung weiter dafür werben, dass Praxisvertretungen, mobile Praxen, geteilte Zulassungen und die Beschäftigung angestellter ärztlicher Mitarbeiter*innen leichter möglich werden.
#2646Nur so sind Teilzeitarbeit und flexiblere Arbeits oder Auszeiten im dicht frequentierten Versorgungswesen der niedergelassenen Arztpraxen überhaupt möglich.
#2647An der Schnittstelle zur stationären Versorgung wollen wir neue Modelle auch jen seits von Belegbetten erproben, in denen Ärzt*innen ihre Arbeit teils im Krankenhaus, teils jenseits des Krankenhausversorgungsbereichs in peripheren Praxen leisten.
#2648Ohne geschlechtergerechte Versorgung kein zukunftsfähiges Gesundheitssystem Frauen und Männer sowie Mädchen und Jungen sind durch ihre physischen, psychi schen und sozialen Bedingungen und durch unterschiedliche Lebensformen anders gesund und krank.
#2649Ob mit oder ohne Migrationsgeschichte – nur wenn diese unter schiedlichen Lebensbedingungen in die gesamte gesundheitliche Versorgungskette, das heißt in Gesundheitsförderung, Prävention, Diagnostik, Therapie, Pflege und Reha bilitation und Forschung einbezogen werden, kann ein zukunftsfähiges Gesundheits system gelingen.
#2650Die kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterunterschieden hinsichtlich Ge sundheit, Krankheit und gesundheitlicher Versorgung verzeichnet zwar Fortschritte, mündet aber noch immer viel zu wenig in der Praxis.
#2651Dies führt nach wie vor zu Unter-, Über und Fehlversorgung beider Geschlechter – mit individuellen Folgeschäden und vermeidbaren Gesundheitskosten.
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