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vom 14.03.2026 PDF
#2711
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Kinderschutzambulanzen für eine angemessene Versorgung von Kindern mit Gewalterfah rungen Viele Kinder machen im Laufe ihres Lebens negative Erfahrungen durch Vernachlässigung, psychische oder physische Misshandlung oder Missbrauch.
#2712An den Folgen dieser Gewalt leiden die Kinder häufig ein Leben lang.
#2713Sie brauchen ein System, das sie ihrem Alter ent sprechend frühzeitig auffängt, untersucht und versorgt, und sie benötigen Menschen, die ihnen auch jenseits von möglicher Strafverfolgung helfen, sich in ihrem Lebensumfeld zu befähigen und es zu stabilisieren, damit das, was geschah, sich nicht wiederholt.
#2714Dazu ist es wichtig, die Zeichen von Misshandlung und Missbrauch zu erkennen und die richtigen Schritte einzuleiten.
#2715Wir wollen in NRW deshalb feste Strukturen im Ge sundheitssystem schaffen, die ermöglichen, dass speziell geschulte Ärzt*innen kind gerechte, schmerzfreie Untersuchungen so durchführen, dass Zeit und Raum für den vertrauensvollen Umgang, für den Schutz der Intimsphäre und für eine stressfreie und sachgerechte Diagnostik ist.
#2716Dies ist mit der knappen Diagnosefinanzierung durch die gesetzliche Krankenversi cherung nicht möglich.
#2717Deswegen brauchen wir mindestens in jedem Regierungsbezirk eine spezielle Kinderschutzambulanz, die mit einer ergänzenden institutionellen Förde rung Zeit für solche traumatisierten Kinder hat.
#2718Rettungsdienst stärken – Qualität und Sicherheit ausbauen Die begonnene Reform des Rettungsdienstes wollen wir fortsetzen und dabei insbeson dere die überörtliche Zusammenarbeit des Rettungsdienstes in NRW stärken und auch für die Luftrettung eine strukturierte, landesweite Bedarfsplanung einführen.
#2719Bei der ärztlichen Selbstverwaltung werden wir uns für die Anhebung und Vereinheitlichung notärztlicher Qualifikationen, unter anderem durch die Einführung der bundesweit übli chen Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ als Mindestvoraussetzung, einsetzen.
#2720Drogenkonsum entkriminalisieren – mit Prävention vor Sucht schützen Beim Umgang mit Drogen setzen wir weiter auf eine präventive, beratende, aber auch akzeptierende Politik.
#2721Jeder Mensch entscheidet selbstbestimmt über seinen Konsum; Bevormundungen lehnen wir ab.
#2722Sanktionen und Repressionen sind notwendig gegen über Dealern und Kriminellen, Süchtige hingegen brauchen Hilfe und Unterstützung.
#2723An diesem Umdenken wollen wir weiterhin ansetzen.
#2724Dabei geht es uns um mehr Dif ferenzierung in den Hilfeansätzen und Zuwendung für diejenigen, die bislang von den bestehenden Hilfestrukturen wenig oder gar nicht erreicht werden konnten.
#2725Auf Bundesebene fordern wir eine grundsätzliche Neubewertung des Umgangs mit Cannabis.
#2726Unser Ziel ist eine kontrollierte, legale Abgabe an zertifizierten Verkaufs stellen, die die Einhaltung des Jugend und Verbraucherschutzes garantieren.
#2727Für NRW wollen wir die Möglichkeit eröffnen, im Rahmen von Modellprojekten die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Volljährige vorzunehmen.
#2728Gerade das Wissen über die Konzen tration und die Inhaltsstoffe ist präventiv sinnvoll.
#2729Nachdem wir die Eigenbedarfsgren ze für den straffreien Erwerb bereits angehoben haben, wollen wir in einem nächsten Schritt die automatische Regeleinstellung von Strafverfolgung bei kleinen Mengen durchsetzen sowie ein Ende der Praxis, dass der Konsum kleiner Mengen an die Führer scheinstellen gemeldet wird.
#2730NRW hält für suchtgefährdete, drogenkonsumierende und drogenabhängige Men schen bereits ein gutes Angebot an Hilfen und Beratung durch freie Träger, Selbsthilfe und die Kommunen vor, das vom Land mit gefördert wird.
#2731Dabei geht es um suchtvor beugende, begleitende oder ausstiegsorientierte Hilfen.
#2732Niedrigschwellige Drogenhil fe, zielgruppenspezifische und aufsuchende Beratung und Hilfen spielen eine wichtige Rolle.
#2733Angebote wie Drogenkonsumräume, Spritzenvergaben und die Substitutions behandlung tragen entscheidend dazu bei, die gesundheitliche Versorgung und das Überleben vieler Betroffener zu ermöglichen.
#2734Diese Angebote wollen wir sichern und gemeinsam mit den Trägern bedarfsgerecht weiterentwickeln.
#2735Dazu gehört auch flä chendeckendes Drug-Checking, also die Möglichkeit für Konsument*innen, Substanzen auf ihre Bestandteile prüfen zu lassen.
#2736Vor allem geschlechtergerechte Unterstützungs angebote sind erforderlich, um auf geschlechterspezifische Ursachen von Sucht und Suchterkrankungen effektiv reagieren zu können.
#2737Sucht im Alter sowie der Alkoholmissbrauch von jungen Menschen erfordern eine spezifische Prävention in diesen Bereichen.
#2738Auch die sogenannten nicht stoffge- bundenen Süchte wie Mager und Esssucht, aber auch Medien und Onlinesucht sowie Glücksspielsucht werden weiterhin eine zunehmende Rolle spielen.
#2739Hier ist das Land bereits engagiert.
#2740Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Angebote kontinuierlich und zeitgemäß weiterentwickelt werden.
#2741Psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung verbessern Höher, schneller, weiter: Auch aufgrund der veränderten gesellschaftlichen Anforde rungen und Rahmenbedingungen ist seit Jahren eine Zunahme von Diagnosen psychi scher Erkrankungen, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen, zu beobachten.
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