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vom 14.03.2026 PDF
#2720
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Drogenkonsum entkriminalisieren – mit Prävention vor Sucht schützen Beim Umgang mit Drogen setzen wir weiter auf eine präventive, beratende, aber auch akzeptierende Politik.
#2721Jeder Mensch entscheidet selbstbestimmt über seinen Konsum; Bevormundungen lehnen wir ab.
#2722Sanktionen und Repressionen sind notwendig gegen über Dealern und Kriminellen, Süchtige hingegen brauchen Hilfe und Unterstützung.
#2723An diesem Umdenken wollen wir weiterhin ansetzen.
#2724Dabei geht es uns um mehr Dif ferenzierung in den Hilfeansätzen und Zuwendung für diejenigen, die bislang von den bestehenden Hilfestrukturen wenig oder gar nicht erreicht werden konnten.
#2725Auf Bundesebene fordern wir eine grundsätzliche Neubewertung des Umgangs mit Cannabis.
#2726Unser Ziel ist eine kontrollierte, legale Abgabe an zertifizierten Verkaufs stellen, die die Einhaltung des Jugend und Verbraucherschutzes garantieren.
#2727Für NRW wollen wir die Möglichkeit eröffnen, im Rahmen von Modellprojekten die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Volljährige vorzunehmen.
#2728Gerade das Wissen über die Konzen tration und die Inhaltsstoffe ist präventiv sinnvoll.
#2729Nachdem wir die Eigenbedarfsgren ze für den straffreien Erwerb bereits angehoben haben, wollen wir in einem nächsten Schritt die automatische Regeleinstellung von Strafverfolgung bei kleinen Mengen durchsetzen sowie ein Ende der Praxis, dass der Konsum kleiner Mengen an die Führer scheinstellen gemeldet wird.
#2730NRW hält für suchtgefährdete, drogenkonsumierende und drogenabhängige Men schen bereits ein gutes Angebot an Hilfen und Beratung durch freie Träger, Selbsthilfe und die Kommunen vor, das vom Land mit gefördert wird.
#2731Dabei geht es um suchtvor beugende, begleitende oder ausstiegsorientierte Hilfen.
#2732Niedrigschwellige Drogenhil fe, zielgruppenspezifische und aufsuchende Beratung und Hilfen spielen eine wichtige Rolle.
#2733Angebote wie Drogenkonsumräume, Spritzenvergaben und die Substitutions behandlung tragen entscheidend dazu bei, die gesundheitliche Versorgung und das Überleben vieler Betroffener zu ermöglichen.
#2734Diese Angebote wollen wir sichern und gemeinsam mit den Trägern bedarfsgerecht weiterentwickeln.
#2735Dazu gehört auch flä chendeckendes Drug-Checking, also die Möglichkeit für Konsument*innen, Substanzen auf ihre Bestandteile prüfen zu lassen.
#2736Vor allem geschlechtergerechte Unterstützungs angebote sind erforderlich, um auf geschlechterspezifische Ursachen von Sucht und Suchterkrankungen effektiv reagieren zu können.
#2737Sucht im Alter sowie der Alkoholmissbrauch von jungen Menschen erfordern eine spezifische Prävention in diesen Bereichen.
#2738Auch die sogenannten nicht stoffge- bundenen Süchte wie Mager und Esssucht, aber auch Medien und Onlinesucht sowie Glücksspielsucht werden weiterhin eine zunehmende Rolle spielen.
#2739Hier ist das Land bereits engagiert.
#2740Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Angebote kontinuierlich und zeitgemäß weiterentwickelt werden.
#2741Psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung verbessern Höher, schneller, weiter: Auch aufgrund der veränderten gesellschaftlichen Anforde rungen und Rahmenbedingungen ist seit Jahren eine Zunahme von Diagnosen psychi scher Erkrankungen, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen, zu beobachten.
#2742Um die Ursachen zu bekämpfen und die Stigmatisierung der Betroffenen zu vermeiden, brauchen wir eine gesamtgesellschaftliche Debatte.
#2743Damit Menschen mit psychischen Erkrankungen früh genug unterstützt, der Leidensdruck reduziert und der Gebrauch von Psychopharmaka eingeschränkt werden kann, muss zudem das bestehende Hilfe und Unterstützungssystem weiterentwickelt und ausgebaut werden.
#2744Viele Menschen, die heute in psychischen Krisen therapeutische Hilfe brauchen, finden diese in unserem Gesundheitssystem nicht direkt.
#2745Zahlreiche Anrufe, um einen Therapeuten zu erreichen, und lange Wartelisten sind eher die Regel als die Ausnahme.
#2746Diejenigen, die dringend eine Therapie benötigen, erhalten diese oft erst nach mehr als vier Monaten oder gar nicht.
#2747Das ist nicht hinnehmbar.
#2748Wir brauchen einen besseren Zugang zu Therapieplätzen über offene Sprechstun den und Internetplattformen.
#2749Außerdem können zielgruppenspezifische Gruppenthera pieangebote bei bestimmten Problemlagen sinnvolle Angebote zur Überbrückung von Wartezeiten sein.
#2750Zur Verbesserung und zum Ausbau der psychotherapeutischen Angebote und ins besondere der Anzahl der ambulanten KV-Psychotherapiesitze muss es dringend eine grundlegende und realistische Erhebung des psychotherapeutisch-psychiatrischen Bedarfs geben.
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