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vom 14.03.2026 PDF
#2733
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Angebote wie Drogenkonsumräume, Spritzenvergaben und die Substitutions behandlung tragen entscheidend dazu bei, die gesundheitliche Versorgung und das Überleben vieler Betroffener zu ermöglichen.
#2734Diese Angebote wollen wir sichern und gemeinsam mit den Trägern bedarfsgerecht weiterentwickeln.
#2735Dazu gehört auch flä chendeckendes Drug-Checking, also die Möglichkeit für Konsument*innen, Substanzen auf ihre Bestandteile prüfen zu lassen.
#2736Vor allem geschlechtergerechte Unterstützungs angebote sind erforderlich, um auf geschlechterspezifische Ursachen von Sucht und Suchterkrankungen effektiv reagieren zu können.
#2737Sucht im Alter sowie der Alkoholmissbrauch von jungen Menschen erfordern eine spezifische Prävention in diesen Bereichen.
#2738Auch die sogenannten nicht stoffge- bundenen Süchte wie Mager und Esssucht, aber auch Medien und Onlinesucht sowie Glücksspielsucht werden weiterhin eine zunehmende Rolle spielen.
#2739Hier ist das Land bereits engagiert.
#2740Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Angebote kontinuierlich und zeitgemäß weiterentwickelt werden.
#2741Psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung verbessern Höher, schneller, weiter: Auch aufgrund der veränderten gesellschaftlichen Anforde rungen und Rahmenbedingungen ist seit Jahren eine Zunahme von Diagnosen psychi scher Erkrankungen, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen, zu beobachten.
#2742Um die Ursachen zu bekämpfen und die Stigmatisierung der Betroffenen zu vermeiden, brauchen wir eine gesamtgesellschaftliche Debatte.
#2743Damit Menschen mit psychischen Erkrankungen früh genug unterstützt, der Leidensdruck reduziert und der Gebrauch von Psychopharmaka eingeschränkt werden kann, muss zudem das bestehende Hilfe und Unterstützungssystem weiterentwickelt und ausgebaut werden.
#2744Viele Menschen, die heute in psychischen Krisen therapeutische Hilfe brauchen, finden diese in unserem Gesundheitssystem nicht direkt.
#2745Zahlreiche Anrufe, um einen Therapeuten zu erreichen, und lange Wartelisten sind eher die Regel als die Ausnahme.
#2746Diejenigen, die dringend eine Therapie benötigen, erhalten diese oft erst nach mehr als vier Monaten oder gar nicht.
#2747Das ist nicht hinnehmbar.
#2748Wir brauchen einen besseren Zugang zu Therapieplätzen über offene Sprechstun den und Internetplattformen.
#2749Außerdem können zielgruppenspezifische Gruppenthera pieangebote bei bestimmten Problemlagen sinnvolle Angebote zur Überbrückung von Wartezeiten sein.
#2750Zur Verbesserung und zum Ausbau der psychotherapeutischen Angebote und ins besondere der Anzahl der ambulanten KV-Psychotherapiesitze muss es dringend eine grundlegende und realistische Erhebung des psychotherapeutisch-psychiatrischen Bedarfs geben.
#2751In diesem Zusammenhang.
#2752werden wir uns auch weiterhin für die Ab schaffung der Schlechterstellung des Ruhrgebietes als „Sonderregion“ einsetzen.
#2753Das Angebot an Studiengängen, die auf eine qualifizierte psychotherapeutische Tätigkeit vorbereiten, wollen wir ausbauen.
#2754Für den stationären Bereich haben wir in einem ersten Reformschritt das Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) aus dem Jahr 1990 den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention angepasst.
#2755Die allgemeinen Rechte der Patient*innen wurden gestärkt, insbesondere im Bereich der Zwangseinweisung und Zwangsbehandlung.
#2756Denn Zwangsunterbringung, Fixierung und Zwangsbehandlungen stellen schwerwiegende Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht dar, die wir mit allen Mit teln vermeiden wollen.
#2757Sie dürfen nur als allerletztes Mittel bei unmittelbarer Gefahr für sich selbst oder andere eingesetzt werden.
#2758Uns GRÜNEN sind multiprofessionelle Rund-um-die-Uhr-Krisendienste in den Kommunen in NRW ein zentrales Anliegen.
#2759Wir brauchen eine Rund-um-die-Uhr-Krisenintervention und regionale, sektorübergreifende Verbundstrukturen, an deren Aufbau und Finanzierung sich alle betroffenen Leistungs träger beteiligen.
#2760Uns geht es darum, die ambulanten Strukturen nachhaltig weiter zuentwickeln.
#2761Ambulante Psychotherapie, die sektorübergreifende Leistungsgestaltung und die Gemeindepsychiatrie, die Selbsthilfe und das „Peer Counseling“ wollen wir stär ken und ausbauen.
#2762Durch geeignete Angebote wie Kultur und Sprachmittlung wollen wir auch den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte den Zugang dazu verbessern.
#2763Auf Bundesebene haben wir, bezogen auf die Vergütung für die psychiatrische Kran kenhausversorgung, einen Kurswechsel im Sinne einer Abkehr vom pauschalen Ent geltsystem PEPP erreicht.
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