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vom 14.03.2026 PDF
#2738
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Auch die sogenannten nicht stoffge- bundenen Süchte wie Mager und Esssucht, aber auch Medien und Onlinesucht sowie Glücksspielsucht werden weiterhin eine zunehmende Rolle spielen.
#2739Hier ist das Land bereits engagiert.
#2740Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Angebote kontinuierlich und zeitgemäß weiterentwickelt werden.
#2741Psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung verbessern Höher, schneller, weiter: Auch aufgrund der veränderten gesellschaftlichen Anforde rungen und Rahmenbedingungen ist seit Jahren eine Zunahme von Diagnosen psychi scher Erkrankungen, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen, zu beobachten.
#2742Um die Ursachen zu bekämpfen und die Stigmatisierung der Betroffenen zu vermeiden, brauchen wir eine gesamtgesellschaftliche Debatte.
#2743Damit Menschen mit psychischen Erkrankungen früh genug unterstützt, der Leidensdruck reduziert und der Gebrauch von Psychopharmaka eingeschränkt werden kann, muss zudem das bestehende Hilfe und Unterstützungssystem weiterentwickelt und ausgebaut werden.
#2744Viele Menschen, die heute in psychischen Krisen therapeutische Hilfe brauchen, finden diese in unserem Gesundheitssystem nicht direkt.
#2745Zahlreiche Anrufe, um einen Therapeuten zu erreichen, und lange Wartelisten sind eher die Regel als die Ausnahme.
#2746Diejenigen, die dringend eine Therapie benötigen, erhalten diese oft erst nach mehr als vier Monaten oder gar nicht.
#2747Das ist nicht hinnehmbar.
#2748Wir brauchen einen besseren Zugang zu Therapieplätzen über offene Sprechstun den und Internetplattformen.
#2749Außerdem können zielgruppenspezifische Gruppenthera pieangebote bei bestimmten Problemlagen sinnvolle Angebote zur Überbrückung von Wartezeiten sein.
#2750Zur Verbesserung und zum Ausbau der psychotherapeutischen Angebote und ins besondere der Anzahl der ambulanten KV-Psychotherapiesitze muss es dringend eine grundlegende und realistische Erhebung des psychotherapeutisch-psychiatrischen Bedarfs geben.
#2751In diesem Zusammenhang.
#2752werden wir uns auch weiterhin für die Ab schaffung der Schlechterstellung des Ruhrgebietes als „Sonderregion“ einsetzen.
#2753Das Angebot an Studiengängen, die auf eine qualifizierte psychotherapeutische Tätigkeit vorbereiten, wollen wir ausbauen.
#2754Für den stationären Bereich haben wir in einem ersten Reformschritt das Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) aus dem Jahr 1990 den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention angepasst.
#2755Die allgemeinen Rechte der Patient*innen wurden gestärkt, insbesondere im Bereich der Zwangseinweisung und Zwangsbehandlung.
#2756Denn Zwangsunterbringung, Fixierung und Zwangsbehandlungen stellen schwerwiegende Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht dar, die wir mit allen Mit teln vermeiden wollen.
#2757Sie dürfen nur als allerletztes Mittel bei unmittelbarer Gefahr für sich selbst oder andere eingesetzt werden.
#2758Uns GRÜNEN sind multiprofessionelle Rund-um-die-Uhr-Krisendienste in den Kommunen in NRW ein zentrales Anliegen.
#2759Wir brauchen eine Rund-um-die-Uhr-Krisenintervention und regionale, sektorübergreifende Verbundstrukturen, an deren Aufbau und Finanzierung sich alle betroffenen Leistungs träger beteiligen.
#2760Uns geht es darum, die ambulanten Strukturen nachhaltig weiter zuentwickeln.
#2761Ambulante Psychotherapie, die sektorübergreifende Leistungsgestaltung und die Gemeindepsychiatrie, die Selbsthilfe und das „Peer Counseling“ wollen wir stär ken und ausbauen.
#2762Durch geeignete Angebote wie Kultur und Sprachmittlung wollen wir auch den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte den Zugang dazu verbessern.
#2763Auf Bundesebene haben wir, bezogen auf die Vergütung für die psychiatrische Kran kenhausversorgung, einen Kurswechsel im Sinne einer Abkehr vom pauschalen Ent geltsystem PEPP erreicht.
#2764Dabei wollen wir es aber nicht belassen, sondern weiter für ein neues Finanzierungssystem kämpfen, in dem individuelle Behandlungsbedarfe, ins besondere von schwer kranken Menschen, und regionale Besonderheiten besser be rücksichtigt und neue, tatsächlich sektorübergreifende Behandlungsformen ermöglicht werden.
#2765Gesundheitsberufe stärken – Fachkräftemangel bekämpfen Arbeit am Krankenbett ist körperliche und seelische Schwerstarbeit unter vielfach un günstigen Arbeitsbedingungen, bei unzureichender Bezahlung.
#2766Wir haben deshalb als erstes Bundesland strukturelle Mindeststandards für die Fachpflege in der neuen Kran kenhausbedarfsplanung verankert und im Bund darauf hingewirkt, dass endlich all tagstaugliche Personalbemessungsinstrumente in der Pflege ermittelt und eingeführt werden.
#2767Unser Ziel sind insgesamt bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, mehr Zeit für die Patient*innen, flexiblere und familienfreundlichere Arbeitszeiten, aber auch eine bessere Bezahlung der Beschäftigten.
#2768Für die Krankenpflege in der stationären Versor gung brauchen wir zukünftig einen verbindlichen Personalschlüssel, der festschreibt, für wie viele Patient*innen eine Pflegekraft zuständig sein darf.
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