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vom 14.03.2026 PDF
#2799
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Demgegenüber wird die Zahl der Arbeitnehmer*in nen – und damit auch der möglichen Pflegekräfte – weiter abnehmen.
#2800Das gilt ebenso für die Zahl der pflegenden Angehörigen, die heute den größten Anteil des Pflegege schehens leisten.
#2801Zwei Drittel der Pflege findet in der eigenen Häuslichkeit statt und wird überwiegend von Frauen geleistet.
#2802Mit dem Anspruch auf eine gleichberechtigte berufliche Teilhabe von Frauen und der hieraus resultierenden Mehrfachbelastung ist dies oft nicht mehr vereinbar.
#2803Zu Recht wird eine geschlechtergerechte Verteilung der Fürsorge und Pflegeaufgaben gefordert.
#2804Zudem lebt eine steigende Zahl der Familien nicht mehr an einem Ort.
#2805Für einen Großteil der Menschen wird daher in Zukunft die heute noch prägende häusliche Pflege durch Angehörige, ausgenommen den eigenen Lebenspartner, keine verlässliche Basis mehr darstellen können.
#2806Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, dass dort, wo die Menschen leben, zuverlässige Pflege und Betreu ungsangebote in einer häuslichen Wohnumgebung entstehen, die ein selbstbestimmtes Leben weiterhin sichern.
#2807Viel erreicht – GRÜNE Erfolge seit 2010 Wir GRÜNE haben deshalb mit dem neuen Alten und Pflegegesetz den rechtlichen Rahmen für den notwendigen Wandel hin zu einem Angebotsmix geschaffen, in dem weiterentwickelte bestehende ambulante und stationäre Strukturen, ergänzt durch Quartiersstrukturen und neue dezentrale Angebote wie Pflege-WGs, alle Bedarfe ab decken.
#2808Dabei haben wir den Kommunen auch die gesetzliche Möglichkeit eingeräumt, mit einer entsprechenden Pflegebedarfsplanung der Errichtung weiterer Großeinrich tungen entgegenwirken zu können.
#2809Gleichzeitig haben wir mit dem „Landesförderplan Pflege und Alter“ und anderen Förderprogrammen den Ausbau neuer Wohnformen und Pflegekonzepte vorangebracht.
#2810Mit der Einführung der Ausbildungsabgabe für die Al tenpflege und einem engagierten Ausbauprogramm haben wir in den letzten Jahren die Zahl der Ausbildungsplätze in der Altenpflege von unter 10.
#2811auf knapp 18.
#2812annähernd verdoppeln können und NRW zu dem führenden Land in der Altenpflegeaus bildung gemacht.
#2813Mit dem „Masterplan altengerechte Quartiere“ haben wir einen Handlungsplan aufgelegt, in dem die bereits gemachten Erfahrungen gebündelt, der Wissenstransfer unterstützt, Beratung und Hilfen angeboten oder vermittelt werden.
#2814Damit werden Im pulse gesetzt für die partizipative Entwicklung altengerechter Quartiere – sowohl in ur banen, als auch in ländlichen Gebieten.
#2815Mit Unterstützung des Landes ist deshalb in den vergangenen Jahren in NRW ein breites Beratungsangebot entstanden, das bundesweit einzigartig ist.
#2816So unterstützen beispielsweise mittlerweile 13 Demenz-Servicezentren den Aufbau wohnortnaher Netzwerke zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz und ihrer Familien.
#2817Ein Servicezentrum richtet sich insbesondere an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
#2818Hierauf wollen wir aufbauen und dafür sorgen, dass auch die geburtenstarken Jahrgän ge, die in naher Zukunft pflegebedürftig werden, die passenden Rahmenbedingungen für eine quartiersnahe, selbstbestimmte und qualitativ hochwertige Pflege vorfinden.
#2819Verlässliche und menschliche Pflege sichern Jeder Mensch, der einen entsprechenden Bedarf hat, muss die umfassende Pflege und Unterstützung erhalten, die es ihm erlauben, möglichst selbständig und selbstbestimmt zu leben, ganz egal, ob er in seiner gewohnten Umgebung, dem Betreuten Wohnen, einer Pflege-WG oder einer stationären Pflegeeinrichtung leben will.
#2820Dabei müssen die unterschiedlichen kulturellen, religiösen, sexuellen und ge schlechtsspezifischen Identitäten der Menschen Eingang in die Gestaltung der sozialen Infrastruktur und der Pflegekonzepte vor Ort finden.
#2821Wichtig ist ein Pflege und Hilfemix aus professioneller Pflege und Unterstützung, sozialem Netz und Nachbarschaft im Quartier.
#2822Dabei sollen Wohnungen und Wohnum- feld so gestaltet werden, dass Menschen unabhängig von Alter oder eingeschränkter Bewegungsfreiheit möglichst selbständig in ihrer gewohnten Umgebung leben können.
#2823Notwendig sind auch Einrichtungen der Tages-, Nacht und Kurzzeitpflege und Treff punkte wie Quartierstützpunkte oder Nachbarschaftszentren, die auch rund um die Uhr Pflege und Unterstützung bieten.
#2824Die Vielzahl an unterschiedlichen Lebens und Bedarfssituationen erfordert mehr denn je neue, auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtete Wohn und Pflegean gebote.
#2825Deshalb wollen wir den beschrittenen Weg weitergehen und unsere Pflege landschaft und die dazu gehörigen kommunalen Strukturen weiterhin demografiefest umbauen.
#2826Wir wollen der Errichtung weiterer großer Heime entgegenwirken und statt dessen den Ausbau von überschaubaren Wohn und Pflegeformen in den Quartieren vo ranbringen, in denen Pflege und Betreuung auch unabhängig vom Einsatz Angehöriger in einer häuslichen Wohnumgebung stattfinden kann.
#2827Um das zu erreichen, werden wir Alternativen für ein selbstbestimmtes Wohnen mit Angeboten für eine intensive Pflege und Unterstützung weiterhin fördern.
#2828Dazu gehören Hausgemeinschaften, Pflegewohn gruppen und Wohngemeinschaften genauso wie Mehrgenerationenwohnen und das „Wohnen mit Versorgungssicherheit“ in der eigenen Wohnung.
#2829Auch wenn die Zukunft in überschaubaren Wohn und Pflegeformen liegt, stellen der zeit nach wie vor auch viele stationäre Einrichtungen noch ein unverzichtbares Angebot für die Sicherung einer umfassenden Pflege vor Ort dar.
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