Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 16.03.2026 PDF
#2904
Dazu gehören Maßnahmen wie ein deutlich höherer Regelsatz und die Einführung einer Kindergrundsicherung, bei der dem Staat alle Kinder gleich viel wert sind und mit der Kinder und Familienarmut systematisch bekämpft wird.
#2905
Das gilt insbesondere für Alleinerziehende.
#2906
Auch wenn die Menschen heute im Alter im Durchschnitt ein deutlich höheres Ein kommen haben als in früheren Jahrzehnten, ist die Einkommenssituation der Älteren sehr unterschiedlich.
#2907
Armut im Alter ist auch heute vielerorts sichtbar.
#2908
Dabei sind älte- re Frauen viel häufiger von Armut betroffen als Männer.
#2909
Aufgrund der vielen prekären Beschäftigungsverhältnisse und der unsteten Erwerbsbiografien vieler heute ist damit zu rechnen, dass in den kommenden Jahren die Zahl der Menschen, die im Alter am Exis tenzminimum leben müssen, deutlich ansteigen wird.
#2910
Deshalb setzen wir uns dafür ein, prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu beseitigen, und werden uns auf Bundesebene für eine bessere soziale und finanzielle Absicherung im Alter einsetzen.
#2911
Hierzu gehören unter anderem die Stabilisierung des Rentenniveaus, eine Garantierente oberhalb der Grundsicherung ohne Anrechnung betrieblicher und privater Vorsorge und perspekti visch eine Rente auf Basis einer starken Bürgerversicherung für alle.
#2912
Neben der materiellen Grundsicherung muss auch eine hochwertige Infrastruktur geschaffen und erhalten werden, um die persönlichen Voraussetzungen für eine Teilha be zu schaffen.
#2913
Investitionen in die Infrastruktur, beispielsweise in Bibliotheken, Volks hochschulen, Jugendzentren oder Schwimmbäder, helfen auch, Wachstum zu schaffen.
#2914
Denn soziale Infrastruktur bedeutet gesellschaftlichen Mehrwert.
#2915
Sie ist ressourcen schonender als individueller Konsum.
#2916
Sie schafft Arbeitsplätze und schont die Mittel derjenigen, bei denen sie am knappsten sind.
#2917
Daher richten wir klare Forderungen auch an den Bund: Die Finanzierung der kom munalen Daseinsfürsorge muss dauerhaft gesichert werden.
#2918
Hierzu zählen die aktive Wirtschaftsförderung und die aktive Arbeitsmarktpolitik, um wohnortnahe Beschäf tigungsmöglichkeiten zu erhalten und zu schaffen, sowie ein ÖPNV-Angebot, das die Fahrt zum Arbeitsplatz überhaupt ermöglicht.
#2919
Teilhabe fördern Selbstbestimmt zu leben in der eigenen Häuslichkeit darf nicht vom Geldbeutel ab hängig sein.
#2920
Deshalb brauchen wir ein gutes Angebot an bezahlbarem Wohnraum auch für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung.
#2921
Schon seit langer Zeit setzen wir GRÜNE uns dafür ein, dass die Kosten für selbständiges Wohnen mit einer umfassenden Unterstützung und Pflege auch dann übernommen werden, wenn sie über denen einer Heimunterbringung liegen (Aufhebung des Kostenvorbehalts), denn die bestehende Re gelung verletzt die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention (Artikel 19).
#2922
Es widerspricht dem Recht auf Selbstbestimmung und Teilhabe, wenn Menschen mit Behinderung oder Pflegebedarf nicht selbst entscheiden können, wo und mit wem sie wohnen wollen.
#2923
Wir setzen uns deshalb mit Nachdruck für einen Paradigmenwechsel ein: weg von Groß und Sondereinrichtungen, hin zu quartiersbezogenen Wohn-, Pflege und Unterstützungsangeboten, die eine umfassende Versorgungssicherheit im selbst gewählten Wohnquartier bieten.
#2924
Dies gilt auch für Menschen, die rund-um-die-Uhr-Un terstützung benötigen.
#2925
Um dies zu gewährleisten, werden wir die notwendigen Rahmenbedingungen für geschlechter und generationengerechte Konzepte schaffen und die Angebote und Ein- richtungen fördern, die der kulturellen Vielfalt der Bevölkerung und der Gesellschaft entsprechen.
#2926
Dafür werden insbesondere Angebote für Mädchen und Frauen mit Be hinderungen benötigt.
#2927
Diese müssen doppelte Barrieren überwinden einerseits ist für sie der Zugang zum Arbeitsmarkt besonders schwierig, andererseits die Gefahr deutlich größer, Opfer von Gewalt zu werden.
#2928
Deshalb benötigen diese Frauen und Mädchen besondere Angebote der Gewaltprävention.
#2929
Ausgehend von der UN-Behindertenrechtskonvention unterstützen wir die Entwick lung hin zu einem inklusiven Gemeinwesen, bei dem die Kommunen, Stadtteile und Quartiere so gestaltet werden, dass alle Menschen – mit und ohne Behinderungen – gleichberechtigt im Quartier leben, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihnen im Bedarfsfall eine Versorgung im Wohnumfeld gesichert werden kann.
#2930
Wesentlich im Rahmen dessen wird die Realisation von Barrierefreiheit sein, nicht zur im baulichen Bereich, sondern auch bei der Kommunikation und beim Zugang zur sozialen und wirt schaftlichen Umwelt.
#2931
Selbstbestimmung und Teilhabe dürfen auch dann nicht enden, wenn die Lebenssituation besonders herausfordernd bereithält ist.
#2932
Das Bundesteilhaberecht muss Selbstbestimmung, Wunsch und Wahlrecht sicher stellen.
#2933
Wir GRÜNE setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass das Wunsch und Wahlrecht der Menschen mit Behinderung gestärkt wird.
#2934
Die selbstbestimmte Entscheidung über den Wohnort, die Wohnform und die Gestaltung von sozialen Kontakten muss gesichert sein.


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