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vom 16.03.2026 PDF
#2912
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Neben der materiellen Grundsicherung muss auch eine hochwertige Infrastruktur geschaffen und erhalten werden, um die persönlichen Voraussetzungen für eine Teilha be zu schaffen.
#2913Investitionen in die Infrastruktur, beispielsweise in Bibliotheken, Volks hochschulen, Jugendzentren oder Schwimmbäder, helfen auch, Wachstum zu schaffen.
#2914Denn soziale Infrastruktur bedeutet gesellschaftlichen Mehrwert.
#2915Sie ist ressourcen schonender als individueller Konsum.
#2916Sie schafft Arbeitsplätze und schont die Mittel derjenigen, bei denen sie am knappsten sind.
#2917Daher richten wir klare Forderungen auch an den Bund: Die Finanzierung der kom munalen Daseinsfürsorge muss dauerhaft gesichert werden.
#2918Hierzu zählen die aktive Wirtschaftsförderung und die aktive Arbeitsmarktpolitik, um wohnortnahe Beschäf tigungsmöglichkeiten zu erhalten und zu schaffen, sowie ein ÖPNV-Angebot, das die Fahrt zum Arbeitsplatz überhaupt ermöglicht.
#2919Teilhabe fördern Selbstbestimmt zu leben in der eigenen Häuslichkeit darf nicht vom Geldbeutel ab hängig sein.
#2920Deshalb brauchen wir ein gutes Angebot an bezahlbarem Wohnraum auch für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung.
#2921Schon seit langer Zeit setzen wir GRÜNE uns dafür ein, dass die Kosten für selbständiges Wohnen mit einer umfassenden Unterstützung und Pflege auch dann übernommen werden, wenn sie über denen einer Heimunterbringung liegen (Aufhebung des Kostenvorbehalts), denn die bestehende Re gelung verletzt die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention (Artikel 19).
#2922Es widerspricht dem Recht auf Selbstbestimmung und Teilhabe, wenn Menschen mit Behinderung oder Pflegebedarf nicht selbst entscheiden können, wo und mit wem sie wohnen wollen.
#2923Wir setzen uns deshalb mit Nachdruck für einen Paradigmenwechsel ein: weg von Groß und Sondereinrichtungen, hin zu quartiersbezogenen Wohn-, Pflege und Unterstützungsangeboten, die eine umfassende Versorgungssicherheit im selbst gewählten Wohnquartier bieten.
#2924Dies gilt auch für Menschen, die rund-um-die-Uhr-Un terstützung benötigen.
#2925Um dies zu gewährleisten, werden wir die notwendigen Rahmenbedingungen für geschlechter und generationengerechte Konzepte schaffen und die Angebote und Ein- richtungen fördern, die der kulturellen Vielfalt der Bevölkerung und der Gesellschaft entsprechen.
#2926Dafür werden insbesondere Angebote für Mädchen und Frauen mit Be hinderungen benötigt.
#2927Diese müssen doppelte Barrieren überwinden einerseits ist für sie der Zugang zum Arbeitsmarkt besonders schwierig, andererseits die Gefahr deutlich größer, Opfer von Gewalt zu werden.
#2928Deshalb benötigen diese Frauen und Mädchen besondere Angebote der Gewaltprävention.
#2929Ausgehend von der UN-Behindertenrechtskonvention unterstützen wir die Entwick lung hin zu einem inklusiven Gemeinwesen, bei dem die Kommunen, Stadtteile und Quartiere so gestaltet werden, dass alle Menschen – mit und ohne Behinderungen – gleichberechtigt im Quartier leben, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihnen im Bedarfsfall eine Versorgung im Wohnumfeld gesichert werden kann.
#2930Wesentlich im Rahmen dessen wird die Realisation von Barrierefreiheit sein, nicht zur im baulichen Bereich, sondern auch bei der Kommunikation und beim Zugang zur sozialen und wirt schaftlichen Umwelt.
#2931Selbstbestimmung und Teilhabe dürfen auch dann nicht enden, wenn die Lebenssituation besonders herausfordernd bereithält ist.
#2932Das Bundesteilhaberecht muss Selbstbestimmung, Wunsch und Wahlrecht sicher stellen.
#2933Wir GRÜNE setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass das Wunsch und Wahlrecht der Menschen mit Behinderung gestärkt wird.
#2934Die selbstbestimmte Entscheidung über den Wohnort, die Wohnform und die Gestaltung von sozialen Kontakten muss gesichert sein.
#2935Das bedeutet auch, dass hier eine gemeinsame Leistungserbringung (Pooling) nicht gegen die Zustimmung der betroffenen Menschen erfolgen darf.
#2936Zudem muss je de*r je nach individuellem Bedarf und unabhängig vom Lebensalter einen gesicherten Anspruch auf Leistungen der Eingliederungshilfe und Pflege haben und diese auch er halten.
#2937Menschen mit Behinderung, die zur Teilhabe Unterstützung benötigen, müssen auch weiterhin die erforderlichen Leistungen erhalten, auch wenn sie diese nur für ein zelne Lebensbereiche oder nur zeitweise benötigen.
#2938Wir setzen uns dafür ein, dass bei der Leistungserbringung keine Fokussierung auf Billiganbieter erfolgt, da dies zu einer Preisspirale nach unten und damit zu einer Aushöhlung der Tarifvereinbarungen führen würde, was auch eine Absenkung der Arbeitsqualität der befürchten ließe.
#2939Wir setzen uns für einen vollständigen Verzicht auf die Anrechnung von Einkommen und Vermögen bei der Gewährung von Eingliederungshilfe ein.
#2940Darüber hinaus wollen wir die Entwicklung von Beratungs und Beteiligungsgremien zur Umsetzung der Inklusion vor Ort unterstützen.
#2941Dabei ist es wichtig, dass die Inter essenvertretungen in die kommunale politische Arbeit einbezogen werden.
#2942Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen sollen einen gleichberechtigten und barrierefreien Zugang zu den demokratischen Entscheidungsprozessen erhalten.
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