Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 19.03.2026 PDF
#3548
Die Justiz muss bürgernäher und transparenter werden.
#3549
Deshalb soll der Landtag einen Richterwahlausschuss bilden, um die Ernennung aller nordrhein-westfälischen Rich ter*innen zu demokratisieren.
#3550
Die Unabhängigkeit der Justiz möchten wir insgesamt stärken.
#3551
Gerichte und Staatsanwaltschaften brauchen personelle Unterstützung und organisatorische Souveränität, damit unser Rechtssystem auch in Zukunft gut funktio niert.
#3552
Vom Weisungsrecht der Exekutive gegenüber Staatsanwaltschaften wurde in den 70 Jahren der Geschichte Nordrhein-Westfalens noch nie Gebrauch gemacht.
#3553
Es muss weiterhin an enge Kriterien gebunden sein.
#3554
Wichtig ist es auch, den Zugang zum Richter und Staatsanwaltsamt in den Blick zu nehmen.
#3555
Dabei soll neben der fachlichen Qualifikation stärker Wert auf persönliche Kompetenzen gelegt werden.
#3556
Spätestens in der Fortbildung sollen auch Themenfel der wie Psychologie, Forensik, Jugendhilfe und Opferschutz für Strafrichter*innen und Staatsanwält*innen angeboten werden.
#3557
Wir wollen das Verbot des Tragens von religiös begründeten Kopftüchern für Richterinnen und Staatsanwältinnen in den öffentlichen Verhandlungen überprüfen und die interkulturelle Abbildung der Gesellschaft in der Justiz stärken.
#3558
Wir möchten sowohl die richterliche als auch die nicht richterliche Mediation stärken und ihre Angebote weiter ausbauen.
#3559
Wo immer Streitigkeiten unter Bürger*innen oder zwischen Bürger*innen und der Verwaltung bestehen, muss es die Möglichkeit vermit telnder Gespräche ohne ein gerichtliches Verfahren geben.
#3560
Auf diese Weise werden die Gerichte entlastet und dem Staat werden Kosten erspart.
#3561
Außerdem führt die Mediation zu einer deutlich größeren Zufriedenheit der Beteiligten.
#3562
Wir haben das Richter*innenamt durch die Dienstrechtsreform attraktiver und fami lienfreundlicher gestaltet, indem wir unter anderem die unterhälftige Teilzeit ermögli chen.
#3563
Wir wollen zudem stärker in der Öffentlichkeit für die Tätigkeit von Schöff*innen und Laienrichter*innen als wichtiger Beteiligungsinstanz der Bürger*innen an der Judi katur werben.
#3564
Die Justiz als faire Arbeitgeberin Die Justiz ist auf motivierte und zuverlässige Mitarbeiter*innen angewiesen.
#3565
Dafür ist es zum einen erforderlich, die teilweise seit Jahren bestehende erhebliche Arbeitsüber lastung weiter abzubauen.
#3566
Davon sind nahezu alle Gruppen in der Justiz betroffen.
#3567
Die erhobenen Belastungszahlen machen deutlich: Wir brauchen mehr Richter*innen, mehr Staatsanwält*innen, mehr Rechtspfleger*innen, mehr Amtsanwält*innen, mehr Gerichts vollzieher*innen, mehr Servicekräfte, mehr Wachtmeister*innen, mehr Justizvollzugsbe dienstete.
#3568
Ein wesentliches Ziel muss also sein, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen und dort bessere und gerechtere Laufbahnchancen zu schaffen, wo es erforderlich ist.
#3569
Die Justiz muss im Bereich der interkulturellen Öffnung noch besser werden.
#3570
Fachkräfte und Bedienstete mit Migrationsgeschichte sind eine Bereicherung und sollen deshalb aktiv gewonnen werden.
#3571
Der öffentliche Dienst darf kein prekärer Arbeitgeber sein, deshalb wollen wir den ein fachen Dienst nach dem Modell Baden-Württembergs abschaffen und die Laufbahnen so ändern, dass auch Absolvent*innen ohne Abitur und Laufbahnprüfung Aufstiegsmög lichkeiten haben.
#3572
Gleichzeitig wollen wir die Ausbildungs und Fortbildungsangebote insbesondere im Strafvollzug weiter ausbauen, um qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten.
#3573
Grundbedingung sozialer Teilhabe: Beratungs und Prozesskostenhilfe Der Zugang zur Justiz muss niedrigschwellig sein.
#3574
Deshalb wollen wir, dass Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse nicht aus eigenen Mitteln den Rechtsweg beschreiten können, noch besser proaktiv über ihre Rechte und Möglichkeiten zu Beratungs-, Verfahrens und Prozesskostenhilfe in einfacher und ver ständlicher Sprache aufgeklärt und unnötige bürokratische Hürden insofern abgebaut werden.
#3575
Diese Instrumente wollen wir mit dem Ziel einer größeren Teilhabe ausbauen.
#3576
Wir fordern außerdem eine Evaluierung der Prozesskosten und Beratungshilfe.
#3577
Strafvollzug – Behandlung statt Sühne Wir wollen in den nächsten Jahren den Umbau vom Sühnevollzug zum aktivierenden Behandlungsvollzug fortsetzen.
#3578
Damit ein Leben in Straffreiheit möglich wird, müssen wir den Gefangenen entspre chende Angebote im Strafvollzug zur Verfügung stellen.


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