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vom 23.03.2026 PDF
#3551
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Gerichte und Staatsanwaltschaften brauchen personelle Unterstützung und organisatorische Souveränität, damit unser Rechtssystem auch in Zukunft gut funktio niert.
#3552Vom Weisungsrecht der Exekutive gegenüber Staatsanwaltschaften wurde in den 70 Jahren der Geschichte Nordrhein-Westfalens noch nie Gebrauch gemacht.
#3553Es muss weiterhin an enge Kriterien gebunden sein.
#3554Wichtig ist es auch, den Zugang zum Richter und Staatsanwaltsamt in den Blick zu nehmen.
#3555Dabei soll neben der fachlichen Qualifikation stärker Wert auf persönliche Kompetenzen gelegt werden.
#3556Spätestens in der Fortbildung sollen auch Themenfel der wie Psychologie, Forensik, Jugendhilfe und Opferschutz für Strafrichter*innen und Staatsanwält*innen angeboten werden.
#3557Wir wollen das Verbot des Tragens von religiös begründeten Kopftüchern für Richterinnen und Staatsanwältinnen in den öffentlichen Verhandlungen überprüfen und die interkulturelle Abbildung der Gesellschaft in der Justiz stärken.
#3558Wir möchten sowohl die richterliche als auch die nicht richterliche Mediation stärken und ihre Angebote weiter ausbauen.
#3559Wo immer Streitigkeiten unter Bürger*innen oder zwischen Bürger*innen und der Verwaltung bestehen, muss es die Möglichkeit vermit telnder Gespräche ohne ein gerichtliches Verfahren geben.
#3560Auf diese Weise werden die Gerichte entlastet und dem Staat werden Kosten erspart.
#3561Außerdem führt die Mediation zu einer deutlich größeren Zufriedenheit der Beteiligten.
#3562Wir haben das Richter*innenamt durch die Dienstrechtsreform attraktiver und fami lienfreundlicher gestaltet, indem wir unter anderem die unterhälftige Teilzeit ermögli chen.
#3563Wir wollen zudem stärker in der Öffentlichkeit für die Tätigkeit von Schöff*innen und Laienrichter*innen als wichtiger Beteiligungsinstanz der Bürger*innen an der Judi katur werben.
#3564Die Justiz als faire Arbeitgeberin Die Justiz ist auf motivierte und zuverlässige Mitarbeiter*innen angewiesen.
#3565Dafür ist es zum einen erforderlich, die teilweise seit Jahren bestehende erhebliche Arbeitsüber lastung weiter abzubauen.
#3566Davon sind nahezu alle Gruppen in der Justiz betroffen.
#3567Die erhobenen Belastungszahlen machen deutlich: Wir brauchen mehr Richter*innen, mehr Staatsanwält*innen, mehr Rechtspfleger*innen, mehr Amtsanwält*innen, mehr Gerichts vollzieher*innen, mehr Servicekräfte, mehr Wachtmeister*innen, mehr Justizvollzugsbe dienstete.
#3568Ein wesentliches Ziel muss also sein, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen und dort bessere und gerechtere Laufbahnchancen zu schaffen, wo es erforderlich ist.
#3569Die Justiz muss im Bereich der interkulturellen Öffnung noch besser werden.
#3570Fachkräfte und Bedienstete mit Migrationsgeschichte sind eine Bereicherung und sollen deshalb aktiv gewonnen werden.
#3571Der öffentliche Dienst darf kein prekärer Arbeitgeber sein, deshalb wollen wir den ein fachen Dienst nach dem Modell Baden-Württembergs abschaffen und die Laufbahnen so ändern, dass auch Absolvent*innen ohne Abitur und Laufbahnprüfung Aufstiegsmög lichkeiten haben.
#3572Gleichzeitig wollen wir die Ausbildungs und Fortbildungsangebote insbesondere im Strafvollzug weiter ausbauen, um qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten.
#3573Grundbedingung sozialer Teilhabe: Beratungs und Prozesskostenhilfe Der Zugang zur Justiz muss niedrigschwellig sein.
#3574Deshalb wollen wir, dass Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse nicht aus eigenen Mitteln den Rechtsweg beschreiten können, noch besser proaktiv über ihre Rechte und Möglichkeiten zu Beratungs-, Verfahrens und Prozesskostenhilfe in einfacher und ver ständlicher Sprache aufgeklärt und unnötige bürokratische Hürden insofern abgebaut werden.
#3575Diese Instrumente wollen wir mit dem Ziel einer größeren Teilhabe ausbauen.
#3576Wir fordern außerdem eine Evaluierung der Prozesskosten und Beratungshilfe.
#3577Strafvollzug – Behandlung statt Sühne Wir wollen in den nächsten Jahren den Umbau vom Sühnevollzug zum aktivierenden Behandlungsvollzug fortsetzen.
#3578Damit ein Leben in Straffreiheit möglich wird, müssen wir den Gefangenen entspre chende Angebote im Strafvollzug zur Verfügung stellen.
#3579Es geht um grundlegende Fer tigkeiten, über die sie häufig aufgrund ihrer Biografie nicht in ausreichendem Maße verfügen, beispielsweise um soziale Kompetenzen und den gewaltfreien Umgang mit Konflikten.
#3580Es geht aber auch darum, Gefangene durch Ausbildungsmaßnahmen auf ein Leben nach der Haft vorzubereiten.
#3581Nur wer eine gute Grundlage und Perspektiven für die Zeit nach der Haft hat, kann ein straffreies Leben in Freiheit bewältigen und sich in die Gesell schaft integrieren.
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