Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 21.03.2026 PDF
#3607
Diese Politik wollen wir fortführen: Verbraucher*innen müssen auf dem digitalen Markt mindestens den gleichen Schutz und die gleiche Transparenz wie bei herkömm lichen, „analogen“ Geschäften bekommen.
#3608
Entwicklungen und Praktiken wie „Geoblo cking“, eine undurchsichtige individuelle Preisgestaltung oder etwa Versicherungstarife im Gesundheitsbereich, die die Höhe der Beiträge vom eigenen Verhalten oder bestimm ten Eigenschaften abhängig machen und massiv in unsere Lebensführung eingreifen (sogenannte Telematiktarife), wollen wir durch klare rechtliche Regelungen begrenzen und verbraucher*innenfreundlich ausgestalten.
#3609
Mit der Überprüfung der Kommunen bezüglich der Einhaltung der Kontrollfre quenzen im Bereich der Lebensmittelhygiene, der Einführung von Gebühren für Re- gelkontrollen zur Finanzierung des Überwachungspersonals, der Veränderung von Zuständigkeiten bei der Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln sowie der Überprüfung tierärztlicher Hausapotheken haben wir Konsequenzen aus den Lebensmittelskandalen der Vergangenheit gezogen und wesentliche Schritte zur Verbesserung des Vollzuges des gesundheitlichen Verbraucherschutzes umgesetzt.
#3610
Durch eine weitere Erhöhung des Kontrollpersonals und die Überprüfung der Zuständigkeiten wollen wir diesen Weg in den kommenden Jahren konsequent fortsetzen.
#3611
Der Schutz der Verbraucher*innen vor Gefahren und die Ermöglichung eigenverant wortlicher Kauf und Konsumentscheidungen werden auch in der kommenden Legisla turperiode die Hauptziele unserer Verbraucherschutzpolitik sein.
#3612
Gesundheitlicher Verbraucherschutz – Gesundheit schützen Im Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes wollen wir den Einsatz von Anti biotika durch die Novellierung des Arzneimittelgesetzes des Bundes weiter senken, zur Vermeidung von Resistenzen den Einsatz der für uns Menschen besonders wichtigen Reserveantibiotika in der Veterinärmedizin weitgehend verbieten und endlich ein abso lutes Minderungsziel einführen.
#3613
Die aktuelle Diskussion um den Wirkstoff Glyphosat, der im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen, und inzwischen in vielen Lebensmitteln und im Körper von Kindern und Erwachsenen nachgewiesen wurde, macht deutlich: Der Einsatz von Pestiziden und an deren toxischen Substanzen muss weiter begrenzt werden.
#3614
Giftstoffe haben nicht nur in Lebensmitteln nichts zu suchen, sondern müssen auch aus anderen Produkten wie Spielzeugen, Kosmetika, Kleidung und sonstigen Bedarfsgegenständen weitestmöglich ferngehalten werden.
#3615
Dazu bedarf es klarer gesetzlicher Verbote und Begrenzungen sowie einer verbesserten Kontrolle durch die zuständigen Behörden.
#3616
Auch und gerade bei individuellen Gesundheitsleistungen, den sogenannten IGeL, zeigt sich, dass durch einen starken und aktiven Schutz der Verbraucher*innen das Un gleichgewicht zwischen Ärzt*in und Patient*in ausgeglichen werden muss.
#3617
Viele IGeL haben keinen nachgewiesenen Nutzen und dienen den Ärzt*innen oft als zusätzliche Einnahmequelle.
#3618
Hierzu bedarf es einer grundsätzlichen Verfahrensänderung, wie IGeL in der Praxis angeboten werden dürfen.
#3619
Die unabhängige Beratung über die Notwen digkeit und Wirksamkeit von IGeL wollen wir weiter verbessern und die Transparenz im Medizinmarkt stärken.
#3620
Transparenz Eine klare, eindeutige und verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln, Kleidung und sonstigen Gegenständen des täglichen Bedarfs muss endlich Realität werden.
#3621
Dies gilt für die Inhaltsstoffe und die Bedingungen, unter denen Waren produziert werden: Verbraucher*innen wollen wissen und sollen zukünftig erfahren, unter welchen Umwelt-, Sozial und Tierschutzstandards die Waren erzeugt und wo genau sie produziert wurden.
#3622
Wir werden uns daher auf Bundesebene unter anderem für eine Fleischkennzeichnung nach Herkunft und Haltung des Tieres einsetzen.
#3623
Durch die Veröffentlichung der Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen durch ein „Kontrollbarometer“ sowie eine Erweiterung des Verbraucherinformationsgesetzes ins besondere auch auf Informationsansprüche gegenüber Unternehmen wollen wir die Verbrauchertransparenz weiter erhöhen.
#3624
Gesetzliche Mindestanforderungen an Ver gleichsportale, Siegel und Zertifikate sollen Verbraucher*innen vor Täuschung schützen und zu fairen Wettbewerbsbedingungen für die Unternehmen beitragen.
#3625
Unsere Programme für eine bessere Ernährung und Ernährungsbildung, etwa das „Schulobstprogramm“, das „100-Kantinen-Programm“ oder die „Vernetzungsstellen Kin dergarten und Schulverpflegung“ wollen wir fortsetzen und weiter ausbauen.
#3626
Darüber hinaus wollen wir uns für ein gesundes und ausgewogenes Ernährungsangebot in Se nioreneinrichtungen einsetzen.
#3627
Weiterhin machen wir uns stark dafür, dass keine Le bensmittel verschwendet werden, indem wir sowohl die Verbraucher*innen als auch die Lebensmittelindustrie für diese Problematik sensibilisieren.
#3628
Verbraucherinformation und Verbraucherbildung In unserer modernen Gesellschaft ist der Wirtschaftszweig Ernährung für die Verbrau cher*innen unübersichtlich und fast undurchschaubar geworden.
#3629
Direkte Absatzbezie hungen zwischen der Landwirtschaft auf der einen und den Verbraucher*innen auf der anderen Seite sind selten.
#3630
So verlieren die Verbraucher*innen zunehmend das Wissen über landwirtschaftliche Produktionsprozesse und über gesunde Ernährung.
#3631
Der Mensch entfernt sich immer mehr von seiner unmittelbaren Lebensgrundlage.
#3632
Für eine bewusste Kaufentscheidung zugunsten der nachhaltigen Landwirtschaft brauchen Verbraucher*in nen deshalb Wissen und Transparenz hinsichtlich Herkunft und Herstellungsweise der Produkte.
#3633
Um das Wissen über die Nahrungsmittelerzeugung zu verbessern, setzen wir GRÜNE zwei Schwerpunkte: Ernährungsbildung und Lebensmittelkennzeichnung.
#3634
Wirtschaftlicher Verbraucherschutz – Macht für Verbraucher*innen Im Bereich des wirtschaftlichen Verbraucherschutzes setzen wir uns für eine Stärkung der Rechte der Verbraucherorganisationen und für die Erweiterung ihrer Klagerechte ein.
#3635
Durch Verbraucherschutz und Sammelklagen müssen seriöse Verbraucherschutz verbände das Recht erhalten, stellvertretend für die Verbraucher*innen Rechte geltend zu machen und durchzusetzen.
#3636
Dies gilt auch für materielle Ansprüche, zum Beispiel Ge währleistungs und Schadenersatzansprüche wie im Zusammenhang mit der Täuschung und Manipulation durch Automobilhersteller.
#3637
Hier sind deutsche Verbraucher*innen zurzeit deutlich schlechtergestellt als etwa US-amerikanische.


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