Dokument lesen
-
vom 22.03.2026 PDF
#3750
Fenster schließen und zurück
Viel erreicht – GRÜNE Erfolge seit 2010 Der „Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt – gegen Homo und Transphobie“ ist ein großer Erfolg.
#3751Erstmals in der Geschich te des Landes NRW ist Queerpolitik durch den Aktionsplan zur Querschnittsaufgabe geworden.
#3752Mehr als 100 Maßnahmen sind seit der Verabschiedung im Jahr 2012 ange laufen, hervorzuheben sind die rechtliche Gleichstellung von Ehen und eingetragenen Partnerschaften im Landesrecht oder die Förderung der Vernetzungs und Koordinie rungsstellen für das Projekt „SchLAu – Schwul-Lesbisch-Bi-Trans*-Aufklärung NRW“.
#3753Durch Förderung verschiedener Koordinierungsstellen mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Schule, Jugend, alte Menschen, Antigewaltarbeit) wurde nicht nur die queere Selbsthilfe gestärkt, sondern auch die fachliche Grundlage erweitert.
#3754Der ge wachsenen Beratungsnachfrage von Trans*Menschen und Regenbogenfamilien haben wir Rechnung getragen.
#3755Auch die besonderen Belange von LSBTTI*-Flüchtlingen be rücksichtigen wir bei ihrer Unterbringung und Beratung.
#3756Wir unterstützen die erfolgreiche Arbeit der Kampagne „anders und gleich – Nur Re spekt Wirkt“ und wollen sie weiter ausbauen.
#3757Das Sichtbarmachen unterschiedlicher Lebensweisen ist ein zentraler Beitrag zu einer vielfältigen Gesellschaft und zum Abbau von Diskriminierung.
#3758Es ist uns zudem gelungen, erfolgreich Druck auf die Bundesregierung auszuüben: Nicht zuletzt auf Initiative von NRW werden die Opfer des § 175 StBG endlich rehabi litiert.
#3759Doch noch immer ist es ein weiter Weg zur rechtlichen Gleichstellung auf allen Ebenen.
#3760Dies gilt insbesondere für die Öffnung der Ehe und die Anpassung des Adopti- onsrechts an die gesellschaftliche Wirklichkeit.
#3761Respekt wirkt Wir wollen den „Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlecht licher Vielfalt – gegen Homo und Transphobie“ verstetigen und die damit verbundenen Projekte ebenso wie die herausragende Arbeit von den LSBTTI*-Verbänden und -Selbst hilfegruppen weiterhin finanziell unterstützen.
#3762Zudem gilt es, den Aktionsplan weiter in die Fläche zu tragen, insbesondere den ländlichen Raum verstärkt in den Fokus zu nehmen und zu prüfen, ob die Interessen weiterer Gruppen Berücksichtigung finden müssen.
#3763Wir setzen uns überdies für eine Novellierung des Transsexuellengesetzes ein: Trans*-Personen sollten nicht länger gezwungen sein, zwei unabhängige psychiatrische Gutachten vorzulegen, um ihren Geschlechtseintrag zu ändern.
#3764Sie sind ein Teil der Re alität und nicht etwa psychisch krank oder gar ein Fehler der Natur.
#3765Zur Anerkennung dieser Realität gehört auch die Möglichkeit einer frei wählbaren „dritten Option“ in of fiziellen Dokumenten oder die Möglichkeit, keine Angaben zum Geschlecht machen zu müssen.
#3766NRW ist bereits auf einem guten Weg.
#3767Derzeit gründet sich das Netzwerk Trans*, das die Interessen der verschiedenen Organisationen bündelt.
#3768Um die Zusammenarbeit zu verbessern, wird in Zukunft eine Koordinierungsstelle benötigt, die Projekte vor Ort unterstützt, aber auch als Multiplikatorenstelle fungieren kann.
#3769Zudem planen wir eine eigene psychosoziale Beratungsstelle und fordern einen interdisziplinären Qualitäts zirkel der Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW, um die Trans*-Personen besser zu behandeln und standardisierte Vorgehensweisen zu entwickeln.
#3770Auch intersexuelle Menschen leiden unter der zwingenden Zweigeschlechtlichkeit.
#3771Bei der Geburt eines Kindes wird anhand seiner körperlichen Merkmale entschieden, ob es ein Junge oder Mädchen ist.
#3772Kinder, die nicht in das zweigeschlechtliche Muster passen, dürfen auch heute kurz nach der Geburt und aus zwingenden medizinischen Gründen durch operative Eingriffe an eines der beiden Geschlechter angepasst werden.
#3773Die Praxis sieht aber je nach Region und abhängig von der Haltung der handelnden Personen sehr unterschiedlich aus.
#3774Damit das Recht auf selbstbestimmte Entscheidung über das Geschlecht tatsächlich zum Tragen kommt, setzen wir uns für eine konsequen te Einhaltung der bestehenden engen Grenzen ein, denn eine Zwangsoperation bereitet den Kindern im späteren Leben oft schwere psychische Probleme.
#3775Wir wollen, dass alle Menschen selbst über ihren Körper entscheiden können.
#3776Durch gezielte Öffentlichkeits arbeit wollen wir außerdem zur Enttabuisierung des Themas und zur Sensibilisierung beitragen und beispielsweise das Internetportal des Vereins Intersexuelle Menschen weiter fördern.
#3777Wir wollen dafür Sorge tragen, dass Ratsuchende und insbesondere El tern intersexueller Kinder schnellstmöglich wohnortnah Hilfe sowie qualifizierte Be ratung finden.
#3778Entsprechende Informations und Beratungsangebote wollen wir auch zukünftig fördern, um die Lebenssituation von intersexuellen Menschen zu verbessern.
#3779Unisex-Toiletten zum Beispiel, die nach und nach zusätzlich auch in öffentlichen Ein richtungen entstehen, sind ein wichtiger Beitrag, um der Diskriminierung von trans und intergeschlechtlichen Personen vorzubeugen.
#3780Täglich sind queere Menschen mit Vorurteilen, Anfeindungen, Diskriminierungen und auch Gewalt konfrontiert.
Fenster schließen und zurück
Anzeige: