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vom 22.03.2026 PDF
#3759
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Doch noch immer ist es ein weiter Weg zur rechtlichen Gleichstellung auf allen Ebenen.
#3760Dies gilt insbesondere für die Öffnung der Ehe und die Anpassung des Adopti- onsrechts an die gesellschaftliche Wirklichkeit.
#3761Respekt wirkt Wir wollen den „Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlecht licher Vielfalt – gegen Homo und Transphobie“ verstetigen und die damit verbundenen Projekte ebenso wie die herausragende Arbeit von den LSBTTI*-Verbänden und -Selbst hilfegruppen weiterhin finanziell unterstützen.
#3762Zudem gilt es, den Aktionsplan weiter in die Fläche zu tragen, insbesondere den ländlichen Raum verstärkt in den Fokus zu nehmen und zu prüfen, ob die Interessen weiterer Gruppen Berücksichtigung finden müssen.
#3763Wir setzen uns überdies für eine Novellierung des Transsexuellengesetzes ein: Trans*-Personen sollten nicht länger gezwungen sein, zwei unabhängige psychiatrische Gutachten vorzulegen, um ihren Geschlechtseintrag zu ändern.
#3764Sie sind ein Teil der Re alität und nicht etwa psychisch krank oder gar ein Fehler der Natur.
#3765Zur Anerkennung dieser Realität gehört auch die Möglichkeit einer frei wählbaren „dritten Option“ in of fiziellen Dokumenten oder die Möglichkeit, keine Angaben zum Geschlecht machen zu müssen.
#3766NRW ist bereits auf einem guten Weg.
#3767Derzeit gründet sich das Netzwerk Trans*, das die Interessen der verschiedenen Organisationen bündelt.
#3768Um die Zusammenarbeit zu verbessern, wird in Zukunft eine Koordinierungsstelle benötigt, die Projekte vor Ort unterstützt, aber auch als Multiplikatorenstelle fungieren kann.
#3769Zudem planen wir eine eigene psychosoziale Beratungsstelle und fordern einen interdisziplinären Qualitäts zirkel der Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW, um die Trans*-Personen besser zu behandeln und standardisierte Vorgehensweisen zu entwickeln.
#3770Auch intersexuelle Menschen leiden unter der zwingenden Zweigeschlechtlichkeit.
#3771Bei der Geburt eines Kindes wird anhand seiner körperlichen Merkmale entschieden, ob es ein Junge oder Mädchen ist.
#3772Kinder, die nicht in das zweigeschlechtliche Muster passen, dürfen auch heute kurz nach der Geburt und aus zwingenden medizinischen Gründen durch operative Eingriffe an eines der beiden Geschlechter angepasst werden.
#3773Die Praxis sieht aber je nach Region und abhängig von der Haltung der handelnden Personen sehr unterschiedlich aus.
#3774Damit das Recht auf selbstbestimmte Entscheidung über das Geschlecht tatsächlich zum Tragen kommt, setzen wir uns für eine konsequen te Einhaltung der bestehenden engen Grenzen ein, denn eine Zwangsoperation bereitet den Kindern im späteren Leben oft schwere psychische Probleme.
#3775Wir wollen, dass alle Menschen selbst über ihren Körper entscheiden können.
#3776Durch gezielte Öffentlichkeits arbeit wollen wir außerdem zur Enttabuisierung des Themas und zur Sensibilisierung beitragen und beispielsweise das Internetportal des Vereins Intersexuelle Menschen weiter fördern.
#3777Wir wollen dafür Sorge tragen, dass Ratsuchende und insbesondere El tern intersexueller Kinder schnellstmöglich wohnortnah Hilfe sowie qualifizierte Be ratung finden.
#3778Entsprechende Informations und Beratungsangebote wollen wir auch zukünftig fördern, um die Lebenssituation von intersexuellen Menschen zu verbessern.
#3779Unisex-Toiletten zum Beispiel, die nach und nach zusätzlich auch in öffentlichen Ein richtungen entstehen, sind ein wichtiger Beitrag, um der Diskriminierung von trans und intergeschlechtlichen Personen vorzubeugen.
#3780Täglich sind queere Menschen mit Vorurteilen, Anfeindungen, Diskriminierungen und auch Gewalt konfrontiert.
#3781Einer vielfältigen und diskriminierungsfreien Gesellschaft zum Durchbruch zu verhelfen bedeutet, sich mit den bestehenden Diskriminierungen auseinanderzusetzen und aktiv dafür einzustehen, sie abzubauen.
#3782Daher wollen wir ein Landesantidiskriminierungsgesetz verabschieden und eine Antidiskriminierungsstelle einrichten, die als unabhängige Anlaufstelle für Opfer dient, aber auch strukturelle Dis kriminierungen in NRW offenlegen und dokumentieren muss.
#3783Queere Menschen, die aus Not und Angst um ihr Leben zu uns fliehen, müssen mit besonderer Sensibilität behandelt werden.
#3784Das gilt für die individuelle Betreuung und soziale Beratung ebenso wie für die Unterbringung, die optimalerweise dezentral er folgen soll.
#3785Eine Anbindungsmöglichkeit an vorhandene Unterstützungsstrukturen aus LSBTTI*-Verbänden, Selbsthilfegruppen und Community ist unabdingbar.
#3786Immer mehr Jugendliche leben selbstverständlicher und selbstbewusster ihre Iden tität, müssen aber immer noch darauf drängen, dass sie dies in einer gewalt und diskri minierungsfreien Gesellschaft tun dürfen.
#3787Denn insbesondere für Jugendliche stellt ein Coming-out noch immer eine besondere Belastung dar.
#3788Nicht selten machen sie die Er fahrung, sich als „anders als die anderen“ wahrzunehmen, aber auch real Ablehnung und Diskriminierung zu erfahren.
#3789Vor allem in der Schule werden LSBTTI*-Jugendliche häufig gemobbt.
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