Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 22.03.2026 PDF
#3768
Um die Zusammenarbeit zu verbessern, wird in Zukunft eine Koordinierungsstelle benötigt, die Projekte vor Ort unterstützt, aber auch als Multiplikatorenstelle fungieren kann.
#3769
Zudem planen wir eine eigene psychosoziale Beratungsstelle und fordern einen interdisziplinären Qualitäts zirkel der Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW, um die Trans*-Personen besser zu behandeln und standardisierte Vorgehensweisen zu entwickeln.
#3770
Auch intersexuelle Menschen leiden unter der zwingenden Zweigeschlechtlichkeit.
#3771
Bei der Geburt eines Kindes wird anhand seiner körperlichen Merkmale entschieden, ob es ein Junge oder Mädchen ist.
#3772
Kinder, die nicht in das zweigeschlechtliche Muster passen, dürfen auch heute kurz nach der Geburt und aus zwingenden medizinischen Gründen durch operative Eingriffe an eines der beiden Geschlechter angepasst werden.
#3773
Die Praxis sieht aber je nach Region und abhängig von der Haltung der handelnden Personen sehr unterschiedlich aus.
#3774
Damit das Recht auf selbstbestimmte Entscheidung über das Geschlecht tatsächlich zum Tragen kommt, setzen wir uns für eine konsequen te Einhaltung der bestehenden engen Grenzen ein, denn eine Zwangsoperation bereitet den Kindern im späteren Leben oft schwere psychische Probleme.
#3775
Wir wollen, dass alle Menschen selbst über ihren Körper entscheiden können.
#3776
Durch gezielte Öffentlichkeits arbeit wollen wir außerdem zur Enttabuisierung des Themas und zur Sensibilisierung beitragen und beispielsweise das Internetportal des Vereins Intersexuelle Menschen weiter fördern.
#3777
Wir wollen dafür Sorge tragen, dass Ratsuchende und insbesondere El tern intersexueller Kinder schnellstmöglich wohnortnah Hilfe sowie qualifizierte Be ratung finden.
#3778
Entsprechende Informations und Beratungsangebote wollen wir auch zukünftig fördern, um die Lebenssituation von intersexuellen Menschen zu verbessern.
#3779
Unisex-Toiletten zum Beispiel, die nach und nach zusätzlich auch in öffentlichen Ein richtungen entstehen, sind ein wichtiger Beitrag, um der Diskriminierung von trans und intergeschlechtlichen Personen vorzubeugen.
#3780
Täglich sind queere Menschen mit Vorurteilen, Anfeindungen, Diskriminierungen und auch Gewalt konfrontiert.
#3781
Einer vielfältigen und diskriminierungsfreien Gesellschaft zum Durchbruch zu verhelfen bedeutet, sich mit den bestehenden Diskriminierungen auseinanderzusetzen und aktiv dafür einzustehen, sie abzubauen.
#3782
Daher wollen wir ein Landesantidiskriminierungsgesetz verabschieden und eine Antidiskriminierungsstelle einrichten, die als unabhängige Anlaufstelle für Opfer dient, aber auch strukturelle Dis kriminierungen in NRW offenlegen und dokumentieren muss.
#3783
Queere Menschen, die aus Not und Angst um ihr Leben zu uns fliehen, müssen mit besonderer Sensibilität behandelt werden.
#3784
Das gilt für die individuelle Betreuung und soziale Beratung ebenso wie für die Unterbringung, die optimalerweise dezentral er folgen soll.
#3785
Eine Anbindungsmöglichkeit an vorhandene Unterstützungsstrukturen aus LSBTTI*-Verbänden, Selbsthilfegruppen und Community ist unabdingbar.
#3786
Immer mehr Jugendliche leben selbstverständlicher und selbstbewusster ihre Iden tität, müssen aber immer noch darauf drängen, dass sie dies in einer gewalt und diskri minierungsfreien Gesellschaft tun dürfen.
#3787
Denn insbesondere für Jugendliche stellt ein Coming-out noch immer eine besondere Belastung dar.
#3788
Nicht selten machen sie die Er fahrung, sich als „anders als die anderen“ wahrzunehmen, aber auch real Ablehnung und Diskriminierung zu erfahren.
#3789
Vor allem in der Schule werden LSBTTI*-Jugendliche häufig gemobbt.
#3790
Wir wollen Jugendliche bei ihrem Prozess der sexuellen und geschlechtli chen Identitätsfindung unterstützen sowie die LSBTTI*-Jugendarbeit weiter fördern und stärken.
#3791
Daher sollte es in jedem Kreis bzw.
#3792
in jeder kreisfreien Stadt einen betreuten queeren Jugendtreff oder eine Jugendgruppe geben.
#3793
Vor allem in Schulen wollen wir die Aufklärung über unterschiedliche Lebensweisen und Identitäten verstärken.
#3794
Dazu gehört die weitere Unterstützung des Aufklärungs projektes „SchLAu“ genauso wie eine verstärkte Einbeziehung von LSBTTI*-Themen in Unterricht und Unterrichtsmaterialien.
#3795
Unrecht aufarbeiten – Opfer entschädigen Neben dem Blick in die Zukunft ist auch eine Anerkennung der Vergangenheit wichtig: Lange Zeit wurden queere Menschen nicht akzeptiert, zum Teil sogar verfolgt.
#3796
Deshalb muss die nordrhein-westfälische Geschichte der Homosexuellen-Verfolgung aufgear beitet werden.
#3797
Wir werden nicht nur die Geschichte derjenigen betrachten, die Opfer der Verfolgung durch den § 175 StGB geworden sind, sondern alle Opfergruppen in den Blick nehmen.
#3798
In diesem Sinne wollen wir auch das geplante „Landeskonzept Erinne rungskultur“ um den Aspekt „Diversity“ erweitern.


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