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vom 22.03.2026 PDF
#3781
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Einer vielfältigen und diskriminierungsfreien Gesellschaft zum Durchbruch zu verhelfen bedeutet, sich mit den bestehenden Diskriminierungen auseinanderzusetzen und aktiv dafür einzustehen, sie abzubauen.
#3782Daher wollen wir ein Landesantidiskriminierungsgesetz verabschieden und eine Antidiskriminierungsstelle einrichten, die als unabhängige Anlaufstelle für Opfer dient, aber auch strukturelle Dis kriminierungen in NRW offenlegen und dokumentieren muss.
#3783Queere Menschen, die aus Not und Angst um ihr Leben zu uns fliehen, müssen mit besonderer Sensibilität behandelt werden.
#3784Das gilt für die individuelle Betreuung und soziale Beratung ebenso wie für die Unterbringung, die optimalerweise dezentral er folgen soll.
#3785Eine Anbindungsmöglichkeit an vorhandene Unterstützungsstrukturen aus LSBTTI*-Verbänden, Selbsthilfegruppen und Community ist unabdingbar.
#3786Immer mehr Jugendliche leben selbstverständlicher und selbstbewusster ihre Iden tität, müssen aber immer noch darauf drängen, dass sie dies in einer gewalt und diskri minierungsfreien Gesellschaft tun dürfen.
#3787Denn insbesondere für Jugendliche stellt ein Coming-out noch immer eine besondere Belastung dar.
#3788Nicht selten machen sie die Er fahrung, sich als „anders als die anderen“ wahrzunehmen, aber auch real Ablehnung und Diskriminierung zu erfahren.
#3789Vor allem in der Schule werden LSBTTI*-Jugendliche häufig gemobbt.
#3790Wir wollen Jugendliche bei ihrem Prozess der sexuellen und geschlechtli chen Identitätsfindung unterstützen sowie die LSBTTI*-Jugendarbeit weiter fördern und stärken.
#3791Daher sollte es in jedem Kreis bzw.
#3792in jeder kreisfreien Stadt einen betreuten queeren Jugendtreff oder eine Jugendgruppe geben.
#3793Vor allem in Schulen wollen wir die Aufklärung über unterschiedliche Lebensweisen und Identitäten verstärken.
#3794Dazu gehört die weitere Unterstützung des Aufklärungs projektes „SchLAu“ genauso wie eine verstärkte Einbeziehung von LSBTTI*-Themen in Unterricht und Unterrichtsmaterialien.
#3795Unrecht aufarbeiten – Opfer entschädigen Neben dem Blick in die Zukunft ist auch eine Anerkennung der Vergangenheit wichtig: Lange Zeit wurden queere Menschen nicht akzeptiert, zum Teil sogar verfolgt.
#3796Deshalb muss die nordrhein-westfälische Geschichte der Homosexuellen-Verfolgung aufgear beitet werden.
#3797Wir werden nicht nur die Geschichte derjenigen betrachten, die Opfer der Verfolgung durch den § 175 StGB geworden sind, sondern alle Opfergruppen in den Blick nehmen.
#3798In diesem Sinne wollen wir auch das geplante „Landeskonzept Erinne rungskultur“ um den Aspekt „Diversity“ erweitern.
#3799Dabei wollen wir Akteur*innen wie die ARCUS-Stiftung, Frauengeschichtsvereine und die Initiativen zur Aufarbeitung schwuler Geschichte einbeziehen, die sich mit der Historie der Verfolgung und Emanzipation aus queerer und Genderperspektive befassen.
#3800Sexuelle Identität und Queerpolitik – das wollen wir GRÜNE: ■ den „Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt – gegen Homo und Transphobie“ ausweiten und konsequent umsetzen ■ LSBTTI*-Selbsthilfeorganisationen stärken ■ ein Landesantidiskriminierungsgesetz verabschieden und eine Landesantidiskrimi nierungsstelle nach Bundesvorbild einrichten ■ queere Geflüchtete unterstützen ■ die Aufarbeitung von Verfolgung und Ächtung von LSBTTI* in der Bundesrepublik RELIGION UND WELTANSCHAUUNGEN IM SÄKULAREN STAAT Wir GRÜNE arbeiten für ein Land, in dem Menschen unterschiedlicher religiöser Über zeugungen und Menschen, die keiner Religion zugehörig sind, friedlich und gleichbe rechtigt zusammen leben können.
#3801In Nordrhein-Westfalen gehören rund drei Viertel aller Menschen einer Religionsgemeinschaft an oder partizipieren an einer religiösen Gemeinschaft; ein Viertel der nordrhein-westfälischen Bevölkerung ist konfessionell nicht gebunden oder konfessionsfrei.
#3802Die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit bedeutet die Freiheit und das Recht, einen Glauben oder eine Weltanschauung zu haben, zu pflegen, auszuüben und sich in Gemeinschaften zusammenzuschließen, wie auch die Freiheit und das Recht, keinen Glauben oder keine Weltanschauung zu haben, zu pflegen und auszuüben.
#3803Weltanschauung und Religion sind wichtige Elemente im Leben vieler Menschen in Nordrhein-Westfalen.
#3804Sie beeinflussen nicht nur das individuelle Leben der Einzelnen, sondern wirken über diese und über die Religions und Weltanschauungsgemeinschaf ten als organisierte Akteure in die Gesellschaft hinein.
#3805Sie leisten dabei einen wichti gen Beitrag für das Zusammenleben in unserem Land.
#3806Gerade in der Asylpolitik oder beim Eintreten für globale Gerechtigkeit, Menschenrechte, die Menschenwürde und den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen erleben wir ihr großes Engagement.
#3807Der säkulare Staat muss den Religions und Weltanschauungsgemeinschaften gegen über neutral und organisatorisch prinzipiell von ihnen getrennt sein.
#3808Angesichts einer zunehmenden Ausdifferenzierung der Gesellschaft auch in Religions und Weltanschau ungsfragen treten wir GRÜNE für eine stärkere Entflechtung von Religionsgemeinschaf ten und Staat ein, weswegen wir auch auf die weltanschauliche Neutralität öffentlicher Gebäude hinarbeiten.
#3809Gleichzeitig kooperiert NRW in vielfacher Weise mit Religions und Weltanschauungsgemeinschaften und ermöglicht so eine Vielfalt öffentlicher Angebote.
#3810Wir GRÜNE verstehen die Entwicklung zu einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft als Chance und zugleich als Herausforderung.
#3811Nur durch den konstruk tiv-kritischen Dialog und durch Kompromisse kann diese Vielfalt gestaltet werden.
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