Dokument lesen
-
vom 22.03.2026 PDF
#3790
Fenster schließen und zurück
Wir wollen Jugendliche bei ihrem Prozess der sexuellen und geschlechtli chen Identitätsfindung unterstützen sowie die LSBTTI*-Jugendarbeit weiter fördern und stärken.
#3791Daher sollte es in jedem Kreis bzw.
#3792in jeder kreisfreien Stadt einen betreuten queeren Jugendtreff oder eine Jugendgruppe geben.
#3793Vor allem in Schulen wollen wir die Aufklärung über unterschiedliche Lebensweisen und Identitäten verstärken.
#3794Dazu gehört die weitere Unterstützung des Aufklärungs projektes „SchLAu“ genauso wie eine verstärkte Einbeziehung von LSBTTI*-Themen in Unterricht und Unterrichtsmaterialien.
#3795Unrecht aufarbeiten – Opfer entschädigen Neben dem Blick in die Zukunft ist auch eine Anerkennung der Vergangenheit wichtig: Lange Zeit wurden queere Menschen nicht akzeptiert, zum Teil sogar verfolgt.
#3796Deshalb muss die nordrhein-westfälische Geschichte der Homosexuellen-Verfolgung aufgear beitet werden.
#3797Wir werden nicht nur die Geschichte derjenigen betrachten, die Opfer der Verfolgung durch den § 175 StGB geworden sind, sondern alle Opfergruppen in den Blick nehmen.
#3798In diesem Sinne wollen wir auch das geplante „Landeskonzept Erinne rungskultur“ um den Aspekt „Diversity“ erweitern.
#3799Dabei wollen wir Akteur*innen wie die ARCUS-Stiftung, Frauengeschichtsvereine und die Initiativen zur Aufarbeitung schwuler Geschichte einbeziehen, die sich mit der Historie der Verfolgung und Emanzipation aus queerer und Genderperspektive befassen.
#3800Sexuelle Identität und Queerpolitik – das wollen wir GRÜNE: ■ den „Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt – gegen Homo und Transphobie“ ausweiten und konsequent umsetzen ■ LSBTTI*-Selbsthilfeorganisationen stärken ■ ein Landesantidiskriminierungsgesetz verabschieden und eine Landesantidiskrimi nierungsstelle nach Bundesvorbild einrichten ■ queere Geflüchtete unterstützen ■ die Aufarbeitung von Verfolgung und Ächtung von LSBTTI* in der Bundesrepublik RELIGION UND WELTANSCHAUUNGEN IM SÄKULAREN STAAT Wir GRÜNE arbeiten für ein Land, in dem Menschen unterschiedlicher religiöser Über zeugungen und Menschen, die keiner Religion zugehörig sind, friedlich und gleichbe rechtigt zusammen leben können.
#3801In Nordrhein-Westfalen gehören rund drei Viertel aller Menschen einer Religionsgemeinschaft an oder partizipieren an einer religiösen Gemeinschaft; ein Viertel der nordrhein-westfälischen Bevölkerung ist konfessionell nicht gebunden oder konfessionsfrei.
#3802Die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit bedeutet die Freiheit und das Recht, einen Glauben oder eine Weltanschauung zu haben, zu pflegen, auszuüben und sich in Gemeinschaften zusammenzuschließen, wie auch die Freiheit und das Recht, keinen Glauben oder keine Weltanschauung zu haben, zu pflegen und auszuüben.
#3803Weltanschauung und Religion sind wichtige Elemente im Leben vieler Menschen in Nordrhein-Westfalen.
#3804Sie beeinflussen nicht nur das individuelle Leben der Einzelnen, sondern wirken über diese und über die Religions und Weltanschauungsgemeinschaf ten als organisierte Akteure in die Gesellschaft hinein.
#3805Sie leisten dabei einen wichti gen Beitrag für das Zusammenleben in unserem Land.
#3806Gerade in der Asylpolitik oder beim Eintreten für globale Gerechtigkeit, Menschenrechte, die Menschenwürde und den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen erleben wir ihr großes Engagement.
#3807Der säkulare Staat muss den Religions und Weltanschauungsgemeinschaften gegen über neutral und organisatorisch prinzipiell von ihnen getrennt sein.
#3808Angesichts einer zunehmenden Ausdifferenzierung der Gesellschaft auch in Religions und Weltanschau ungsfragen treten wir GRÜNE für eine stärkere Entflechtung von Religionsgemeinschaf ten und Staat ein, weswegen wir auch auf die weltanschauliche Neutralität öffentlicher Gebäude hinarbeiten.
#3809Gleichzeitig kooperiert NRW in vielfacher Weise mit Religions und Weltanschauungsgemeinschaften und ermöglicht so eine Vielfalt öffentlicher Angebote.
#3810Wir GRÜNE verstehen die Entwicklung zu einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft als Chance und zugleich als Herausforderung.
#3811Nur durch den konstruk tiv-kritischen Dialog und durch Kompromisse kann diese Vielfalt gestaltet werden.
#3812Die Grundlage dafür ist das Grundgesetz, das für alle gilt, die hier leben und hier leben wollen.
#3813Religions und Weltanschauungspolitik muss auf die veränderte Wirklichkeit der religiösen Landschaft antworten, aber auch all diejenigen berücksichtigen, die sich als religions und weltanschauungsfrei betrachten.
#3814Viel erreicht – GRÜNE Erfolge seit 2010 Der sich verändernden gesellschaftlichen Wirklichkeit im religiösen Bereich tragen wir auch dadurch Rechnung, dass es seit 2015 leichter ist, staatliche Grundschulen, die konfessionell gebunden sind (Bekenntnisgrundschulen) in Gemeinschaftsgrundschu len umzuwandeln, wenn dies dem Wunsch einer Mehrheit der Eltern entspricht.
#3815Der Beschluss ist ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichbehandlung von Schüler*innen unterschiedlicher religiöser Prägung und solcher ohne Religionszugehörigkeit.
#3816Es ist verstärkt darauf zu achten, dass Schulen über die Freiwilligkeit der Teilnahme am kon fessionellen Religionsunterricht informieren.
#3817Die Grundschule ist eine Schule für alle Kinder und muss für alle offen und diskriminierungsfrei zugänglich sein.
#3818Die Gemein schaftsgrundschule gewährleistet das Prinzip „kurze Beine, kurze Wege“ sowie Pluralität im Hinblick auf Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen.
#3819Auch die sogenannte negative Religionsfreiheit muss gewährleistet werden.
#3820Die Praxis einiger Grundschulen, Kinder konfessionell auszuschließen, muss überwunden werden.
Fenster schließen und zurück
Anzeige: