Vergleich von Wahlprogrammen und Grundsatzprogrammen

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vom 14.03.2026 PDF
#706
Wir wollen die Menschen bei diesem Veränderungsprozess mitnehmen und es soll wie bei der Beendigung des Steinkohlenbergbaus einen sozialverträglichen Auslaufprozess geben.
#707
Wir müssen den beschleunigten Ausstieg aus der besonders klimaschädlichen Braun kohle forcieren und gemeinsam mit der Region alternative Zukunftsperspektiven auch für die Arbeitnehmer*innen schaffen.
#708
Dazu brauchen wir einen konkreten Zeitplan, die ge naue Bezifferung der Ewigkeitskosten sowie die Gründung einer Stiftung zur Finanzierung der Folge und Ewigkeitskosten aus dem Braunkohleabbau.
#709
Zudem werden wir prüfen, ob und unter welchen Umständen auch auf sogenannte „Alte Rechte“ in der Braunkohle eine Förderabgabe erhoben werden kann.
#710
Wir setzen uns dafür ein, dass die Rohstoffpreise auch die ökologische Wahrheit widerspiegeln.
#711
Unser Ziel ist es, dass am Ende möglichst viel von der Kohle auch in den bereits genehmigten Tagebauen in der Erde bleibt.
#712
Aktuell wird in Nordrhein-Westfalen ein neues Braunkohlekraftwerk (BoAplus) am Standort Niederaußem geplant.
#713
Diese Planungen belasten die notwendigen Bemühun gen um einen Kohlekonsens, verursachen unnötige Kosten und müssen daher eingestellt werden.
#714
Darüber hinaus wollen wir, dass der Braunkohletagebau und Kraftwerksbetrei ber die zugesagten Finanzmittel aus dem im Jahr 1994 vereinbarten Kraftwerkserneu erungsprogramm endlich einlöst und statt in neue Kraftwerke in den Strukturwandel in der Region investiert, um so den Kohleausstieg und Strukturwandel im Rheinischen Revier zu unterstützen.
#715
Perspektiven für das Rheinische Revier nach der Kohle Das Rheinische Revier im Städtedreieck zwischen Köln, Mönchengladbach und Aachen wurde landschaftlich und wirtschaftlich von der Braunkohlenutzung geprägt.
#716
Gleich zeitig hat sich die Region zu einer der stärksten Wissenschaftsregionen in Deutschland entwickelt.
#717
Nicht nur die beiden Exzellenzuniversitäten NRWs in Köln und Aachen liegen im Rheinischen Revier, in Mönchengladbach, Aachen, Köln und Jülich gibt es außerdem sehr leistungsstarke Fachhochschulen und eine große Anzahl von Forschungsinstituten.
#718
Die Bedeutung der Braunkohle ist für die Region rückläufig, die Beschäftigtenzahlen gingen in den letzten Jahren erheblich zurück.
#719
Noch vor 25 Jahren waren in dieser Bran che mehr als 20.
#720
Menschen beschäftigt, heute sind es weniger als 9.
#721
Die Region hat große Entwicklungspotenziale in den Bereichen Digitalisierung, Solar- wirtschaft, Strom und Speichertechnologien, Elektromobilität, Bioökonomie, klimaneutrales 44 45 Wohnen, Chemie und Logistik.
#722
Eingebettet ist dies in unser Konzept Industrie 4.
#723
und schlägt sich außerdem im Clustergedanken bei der Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen nieder.
#724
Auch in der Fachkräftesicherung und beim Rück und Umbau alter Industrieflächen zu neuen Innovationsräumen ist es möglich, große Potenziale zu heben.
#725
Damit der Strukturwandel gelingt, fordern wir GRÜNE für das Rheinische Revier die Weiterentwicklung der Kraftwerksstandorte zu Gewerbe und Industriegebieten mit gu ter Infrastrukturanbindung, die Förderung innovativer Forschung und Weiterführung der Ausgründungen aus den Hochschulen, was sich bei den guten Voraussetzungen des Rheinischen Reviers aufdrängt, die Förderung der Forschung im Bereich ökologischer Produkte und Produktionsverfahren sowie den verstärkten Austausch zwischen Hoch schule und Wirtschaft im Sinne des Clustergedankens.
#726
Wir wollen eine Verständigung über den Kohleausstieg, der Planungssicherheit für die Region bedeutet und ihre Stärken als Innovations und Wissenschaftsraum nutzt, um mit erneuerbaren Energien, Speichertechnologien, Elektromobilität und weiteren zukunftsfä higen Projekten Wirtschaftskraft und Klimaschutz in der Region miteinander zu verbinden.
#727
Darüber hinaus fordern wir gerade für die renaturierten Flächen der Braunkohleta gebaue eine umweltverträgliche Landwirtschaft, die dazu beiträgt, Regionalvermark tung zu fördern und die Artenvielfalt wieder zu erhöhen.
#728
Weiterhin dringen wir auf eine naturnahe Landschaftsgestaltung, die für Freizeit und Tourismusaktivitäten attraktiv ist, und schließlich auf ein integratives Gesamtverkehrskonzept, das den Neubau und die Reaktivierung von Schienenstrecken, eine verbesserte ÖPNV-Taktung, den Bau von Rad(schnell)wegen und die Einrichtung von Mobilitätsstationen für innovative Ver kehrskonzepte mit individuellen Möglichkeiten für eine gute Infrastruktur beinhaltet.
#729
Diese Maßnahmen können so dazu beitragen, dass der Strukturwandel im Rheini schen Revier gelingt.
#730
Divestment Wir wollen Investitionen des Landes aus fossilen Energien schrittweise abziehen und Finanzmittel dort investieren, wo nachhaltige Innovationen stattfinden.
#731
Damit nimmt die öffentliche Hand ihre Vorbildrolle an.
#732
Zugleich geht es auch um die Sicherung der Landesfinanzen und um Pensionen der Beamten des Landes.
#733
Denn die „Carbon Bubble“– die Investitionsblase, die aus der Unvereinbarkeit von Klimaschutz und Investitionen in fossile Energieträger und Technologien entsteht – wird bald platzen, und dann sind die Finanzierungen bedroht.
#734
Um finanzielle Stabilität zu wahren, muss Divestment deshalb konsequent durchgeführt werden.
#735
Mittelfristig sollen alle öffentlichen Investitionen 100 Prozent fossilfrei investiert werden.
#736
Zuvor soll die Landesregierung einen Bericht dazu vorlegen, wo in NRW öffentliche Gelder noch in fossile Energieträger fließen (Lan desbanken, öffentliche Unternehmen, Pensionsfonds, Projekte).


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