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vom 14.03.2026 PDF
#715
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Perspektiven für das Rheinische Revier nach der Kohle Das Rheinische Revier im Städtedreieck zwischen Köln, Mönchengladbach und Aachen wurde landschaftlich und wirtschaftlich von der Braunkohlenutzung geprägt.
#716Gleich zeitig hat sich die Region zu einer der stärksten Wissenschaftsregionen in Deutschland entwickelt.
#717Nicht nur die beiden Exzellenzuniversitäten NRWs in Köln und Aachen liegen im Rheinischen Revier, in Mönchengladbach, Aachen, Köln und Jülich gibt es außerdem sehr leistungsstarke Fachhochschulen und eine große Anzahl von Forschungsinstituten.
#718Die Bedeutung der Braunkohle ist für die Region rückläufig, die Beschäftigtenzahlen gingen in den letzten Jahren erheblich zurück.
#719Noch vor 25 Jahren waren in dieser Bran che mehr als 20.
#720Menschen beschäftigt, heute sind es weniger als 9.
#721Die Region hat große Entwicklungspotenziale in den Bereichen Digitalisierung, Solar- wirtschaft, Strom und Speichertechnologien, Elektromobilität, Bioökonomie, klimaneutrales 44 45 Wohnen, Chemie und Logistik.
#722Eingebettet ist dies in unser Konzept Industrie 4.
#723und schlägt sich außerdem im Clustergedanken bei der Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen nieder.
#724Auch in der Fachkräftesicherung und beim Rück und Umbau alter Industrieflächen zu neuen Innovationsräumen ist es möglich, große Potenziale zu heben.
#725Damit der Strukturwandel gelingt, fordern wir GRÜNE für das Rheinische Revier die Weiterentwicklung der Kraftwerksstandorte zu Gewerbe und Industriegebieten mit gu ter Infrastrukturanbindung, die Förderung innovativer Forschung und Weiterführung der Ausgründungen aus den Hochschulen, was sich bei den guten Voraussetzungen des Rheinischen Reviers aufdrängt, die Förderung der Forschung im Bereich ökologischer Produkte und Produktionsverfahren sowie den verstärkten Austausch zwischen Hoch schule und Wirtschaft im Sinne des Clustergedankens.
#726Wir wollen eine Verständigung über den Kohleausstieg, der Planungssicherheit für die Region bedeutet und ihre Stärken als Innovations und Wissenschaftsraum nutzt, um mit erneuerbaren Energien, Speichertechnologien, Elektromobilität und weiteren zukunftsfä higen Projekten Wirtschaftskraft und Klimaschutz in der Region miteinander zu verbinden.
#727Darüber hinaus fordern wir gerade für die renaturierten Flächen der Braunkohleta gebaue eine umweltverträgliche Landwirtschaft, die dazu beiträgt, Regionalvermark tung zu fördern und die Artenvielfalt wieder zu erhöhen.
#728Weiterhin dringen wir auf eine naturnahe Landschaftsgestaltung, die für Freizeit und Tourismusaktivitäten attraktiv ist, und schließlich auf ein integratives Gesamtverkehrskonzept, das den Neubau und die Reaktivierung von Schienenstrecken, eine verbesserte ÖPNV-Taktung, den Bau von Rad(schnell)wegen und die Einrichtung von Mobilitätsstationen für innovative Ver kehrskonzepte mit individuellen Möglichkeiten für eine gute Infrastruktur beinhaltet.
#729Diese Maßnahmen können so dazu beitragen, dass der Strukturwandel im Rheini schen Revier gelingt.
#730Divestment Wir wollen Investitionen des Landes aus fossilen Energien schrittweise abziehen und Finanzmittel dort investieren, wo nachhaltige Innovationen stattfinden.
#731Damit nimmt die öffentliche Hand ihre Vorbildrolle an.
#732Zugleich geht es auch um die Sicherung der Landesfinanzen und um Pensionen der Beamten des Landes.
#733Denn die „Carbon Bubble“– die Investitionsblase, die aus der Unvereinbarkeit von Klimaschutz und Investitionen in fossile Energieträger und Technologien entsteht – wird bald platzen, und dann sind die Finanzierungen bedroht.
#734Um finanzielle Stabilität zu wahren, muss Divestment deshalb konsequent durchgeführt werden.
#735Mittelfristig sollen alle öffentlichen Investitionen 100 Prozent fossilfrei investiert werden.
#736Zuvor soll die Landesregierung einen Bericht dazu vorlegen, wo in NRW öffentliche Gelder noch in fossile Energieträger fließen (Lan desbanken, öffentliche Unternehmen, Pensionsfonds, Projekte).
#737Betroffene nicht alleinelassen Neben der Klimaschädlichkeit bei ihrer Verstromung zerstört der Abbau von Rohstoffen auch Landschaften sowie die Umwelt und macht Anwohner*innen oftmals zu Bergbau geschädigten.
#738Wir wollen die Betroffenen nicht alleinelassen, fordern weiterhin, dass die Erweiterung der Beweislastumkehr auch für die Braunkohle endlich ins Bundesbergge setz aufgenommen wird, und werden uns hierfür erneut auf der Bundesebene einsetzen.
#739Zudem setzen wir uns auch weiterhin dafür ein, dass allen vom Rohstoffabbau Betroffe nen die bergschadenrelevanten Informationen zur Geologie, Tektonik, Hydrologie sowie die Höhenfolgedaten transparent dargestellt und ohne großen Verwaltungsaufwand zugänglich gemacht werden, damit sie sich bei einem Verdacht auf einen Bergschaden informieren können.
#740Das soll Betroffenen ermöglichen, auf gleicher Informationsbasis mit Unternehmen und Behörden zu kommunizieren.
#741Die Zusammenführung der Schlich tungs und der Anrufungsstelle wollen wir weiter vorantreiben und nach Möglichkeit mit dem Salzbergbau ergänzen, damit alle Bergbaubetroffenen eine Anlaufstelle haben.
#742Gefahren durch die Altlasten des Bergbaus eindämmen Der jahrhundertelang betriebeneBergbau in NRW hat überall im Land seine Spuren hin terlassen.
#743Schächte und Stollen existieren noch heute, sind aber nur zum Teil erfasst und bergen daher unkalkulierbare Gefahren.
#744Wir wollen sicherstellen, dass auch die Altbergbautreibenden in NRW durch die Bergbehörde überwacht werden, einheitliche Standards für die Sanierung von Schächten und Stollen herrschen und die Unterneh men ausreichend Rückstellungen bereitstellen.
#745In den vergangenen Jahrzehnten sind Abfälle aus Rückständen von Verbrennungs und Filteranlagen in alten Stollen als sogenannter Bergversatz unter Tage gebracht worden.
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