Dokument lesen
-
vom 15.03.2026 PDF
#763
Fenster schließen und zurück
Denn nicht alle Probleme bei der Erdgasgewinnung werden dadurch gelöst, dass keine Frack-Flüssigkeit eingesetzt wird.
#764Auch bei der sogenannten konven tionellen Gewinnung von Erdgas treten Umweltauswirkungen auf, die es zu verhindern gilt: Neben einer erhöhten Erdbebengefahr sind teils stark belastetes Lagerstättenwas ser, die erhöhte Lärmbelästigung und der Flächenverbrauch sehr kritisch zu sehen, be sonders in einem so dicht besiedelten Land wie NRW.
#765Deshalb werden wir uns für den Ausbau von erneuerbaren Energien und nicht für die Ausbeutung der letzten fossilen Reserven einsetzen.
#766Atomausstieg vollständig machen 25 Jahre nach Tschernobyl hat die Atomkatastrophe von Fukushima nochmals gezeigt: Atomkraft ist hochriskant und nicht beherrschbar.
#767In Deutschland sind deshalb nach der Atomkatastrophe in Japan neun von 17 Atomkraftwerken (AKW) stillgelegt worden.
#768Das letzte AKW wird Ende 2022 vom Netz gehen.
#769Bisher weigern sich die Bundesregierung und der Bundestag, die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau in das Atom ausstiegsgesetz einzubeziehen – trotz zweifacher Beschlusslage durch den Bundesrat auf Initiative NRWs und einer ähnlichen einstimmigen Beschlusslage der Umweltminis terkonferenz (hier auch Brennelementefertigungsanlage Lingen).
#770Wir werden uns wei terhin dafür einsetzen, dass für alle Anlagen, die zum Brennstoffkreislauf gehören, der Geltungsbereich des Atomausstiegsgesetzes erweitert wird mit dem Ziel, diese Anlagen schnellstmöglich und rechtssicher zu schließen.
#771Zudem wollen wir darauf hinwirken, die Lagerung von Produktionsabfällen und Zwi schenprodukten der Urananreicherung unter freiem Himmel zu beenden.
#772Die Urananreicherungsanlage in Gronau produziert für viele Atomkraftwerke in Euro pa und weltweit den Brennstoff.
#773ber den Brennstoffkreislauf gehört auch der belgische Stromkonzern Electrabel, Betreiber der maroden Anlagen in Tihange und Doel, zu den Empfängern.
#774Der Atomausstieg in Deutschland wird deshalb erst dann vollendet sein, wenn kein Uran mehr für die Verwendung in Atomkraftwerken angereichert wird, keine Brennelemente mehr produziert werden, das gescheiterte Hochtemperatur-Abenteuer bei der AVR in Jülich und die Reaktorforschung im Forschungszentrum Jülich abgewi ckelt worden sind, kurz: wenn auch die atomare Zulieferindustrie endgültig beendet sein wird.
#775Wir bleiben dabei, dass das Land Nordrhein-Westfalen keinerlei Atomfor schung mehr finanzieren wird, mit Ausnahme der Forschung für Sicherheit, Endlage rung und Rückbau.
#776Dies gilt insbesondere für jedwede Finanzierung von Forschung für neue Kugelhaufenreaktoren und andere Reaktortechnik sowie für Transmutationn.
#777Die Errichtung entsprechender Forschungsanlagen und -reaktoren in NRW bleibt für uns ausgeschlossen.
#778Mit Blick auf das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA) werden wir uns auf Bundesebene dafür einsetzen, eine Ausstiegsperspektive zu entwickeln, sobald ein “Endlager“ gefunden worden ist, in das die heute noch im BZA lagernden mehreren hundert Castor-Behälter mit Brennelementen unterschiedlicher Art dann verbracht wer den sollen.
#779Wir wollen weiterhin, dass der atomare Müll, vor allem aus Jülich, nur noch einmal – nämlich in ein Endlager transportiert wird.
#780Das muss aus unserer Sicht auch für die atomaren Forschungshinterlassenschaften des FRM II in Garching gelten.
#781Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass die Brennelemente-Zwischenlagerung grundsätz lich an den jeweiligen Entstehungsorten erfolgt und Transporte nach Ahaus vermieden werden.
#782Zudem setzen wir uns dafür ein, dass für die Entscheidungsfindung, wie mit den nukleare Altlasten in Nordrhein-Westfalen umgegangen werden soll, eine Begleitgrup pe, ähnlich wie bei der Asse, eingerichtet wird.
#783Wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass neben den entsprechenden Kreispolizeibe hörden auch die von Uranhexafluorid-Transporten per Bahn, LKW oder Schiff betroffe nen Städte und Gemeinden vorab über diese informiert werden.
#784Bröckelreaktoren vom Netz.
#785Wir teilen die berechtigte Sorge vieler Menschen in Belgien, in den Niederlanden und in Deutschland vor einer atomaren Katastrophe, die von den unsicheren belgischen Reaktoren in Tihange und Doel auszugehen droht, und wir unterstützen die vielfältigen 48 49 diesbezüglichen atomkritischen Aktivitäten.
#786Die maroden Atomreaktoren müssen end gültig stillgelegt werden.
#787Wir fordern von jeder Bundesregierung, sich gegenüber der belgischen Regierung mit Nachdruck für die endgültige Stilllegung der Reaktoren ein zusetzen.
#788Darüber hinaus sollen die bestehenden Städte und Vereinspartnerschaften für den Atomausstieg in Europa genutzt werden.
#789Die nordrhein-westfälische Landesregie rung hat sich beispielgebend auf den unterschiedlichsten Ebenen, unter anderem durch den Beitritt zur Klage der Städteregion Aachen, für die Abschaltung der belgischen Reak toren eingesetzt.
#790Diese Klage wollen wir weiterverfolgen und uns für das Abschalten der Bröckelreaktoren starkmachen.
#791Nur wenige Kilometer hinter der Landesgrenze, im Nachbarland Niedersachsen, stehen zwei Reaktoren, von denen ebenfalls unkalkulierbare Risiken ausgehen, die Atomkraftwerke Grohnde und Emsland.
#792Auch hier teilen wir die berechtigte Sorge der Anwohner*innen und setzen uns für eine vorzeitige Stilllegung ein.
#793In Zusammenarbeit mit der zuständigen niedersächsischen Atomaufsicht werden wir alle diesbezüglich in Frage kommenden Instrumente auf ihre Rechtssicherheit überprüfen und im geeigneten Fall eine vorzeitige Stilllegung unterstützen.
Fenster schließen und zurück
Anzeige: